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Alvin Ailey schlägt Deutschland

Harte Konkurrenz am Premiereabend von Alvin Aileys Tanzprogramm der Superlative im Theater 11: 19.30 Tanzperformance vom feinsten, 22.00 Ankick. Euphorie für die einen, Trauerspiel für die anderen. Hüben und drüben Körperleistung, auf dem höchsten Niveau, was der Planet zu bieten hat. Auch was die Emotionen betrifft. Moderner Tanz ist die Inkarnation des esprit musicale schlechthin und als Zuschauer von vier Choreographien ist man dank Freddy Burger Management Live-Zeuge davon. Und das Alvin Ailey American Dance Theater ist ein WM-Finalist wenn nicht der Sieger schlechthin.

Revelation - am Schluss des Programms statt am Anfang geboten - erhebt die Emotionen der Gospelgottesdienste der Südstaaten, Alvin Aileys Herkunftsregion, in den tänzerischen Himmel. Statt nur Hin- und Herzuwogen wie im Gottesdienst, wird hier echter Tanz gelebt. Und das überhöht die Emotionen, die wir aus den Gospels kennen. In kräftigen Farben wird die südliche Landschaft einbezogen, mit goldenem Sunset oder Tanz am weissen Sandstrand. Revelation, choreographiert 1960, ist ein Must des Modern Dance und wird im Theater 11 zur sicht- und spürbaren Geschichte.

Grace steht am Anfang des Zürcher Programms und bezieht seine Energie ebenfalls aus der „Spannung von Säkularem mit Spirituellen“, aber auch aus den Märchen-Urfarben weiss, rot und schwarz. Die umwerfende körperliche und künstlerische Präsenz der 30-köpfigen Truppe ist atemberaubend und topmodern, obwohl Grace schon 1999 choreographiert wurden und zu den Klassikern von Alvin Ailey gehört.

Zwischen den Pausen sind Home (2011) und in/side angesiedelt. In Home bläst den Zuschauern reines Adrenalin von der Bühne her ins Gesicht, denn das Stück ist bunter und rasanter Afrohouse, getanzt  in Turnschuhen und Strassenkleidern und sässe das Publikum nicht im roten Plüsch des Theater 11, hätte es mitgetanzt. Und wäre das Stück als letztes geboten worden, wäre die Standing ovation weniger verhalten gewesen als nach dem historischen Revelation.

Den höchsten tänzerischen Reinheitsgrad zeigt das Stück in/side, meisterhaft choreographiert von Robert Battle 2009 und bezaubernd getanzt vom Bolliden Samuel Lee Robert, inspiriert von Nina Simon’s melancholischer Lyrik. So blitzartig flink und gleichzeitig grazil können sich Muskelberge bewegen! Und zu Boden werfen, um spiralig weiterzudrehen. Ein wenig später am selben Abend hätte es die gelbe Karte dafür gegeben. Doch kein Trauerspiel, sondern ein Hochgenuss, war dieser Abend im Theater 11 mit Alwin Ailey’s Truppe in Zürich.

 

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Geschrieben von: Reto Agosti



auf Donnerstag, 10 Juli 2014 00:00 in Musical Berichte

AIDA das Musical – die Magie Ägyptens überdauert die Zeit

Gabriela Stahl

Ich hatte schon so einiges über AIDA das Musical gehört und auch gelesen. Die Spannung und Vorfreude auf diesen Abend wurde zunehmend grösser. Ich wusste, dass es den Produzenten ein grosses Anliegen war, das alte Ägypten hier in Thun zu neuem Leben zu erwecken.

Unter der eindrücklichen Regie von Katja Wolff, welche diese Dreiecksgeschichte neu beleuchtet  und sich auch nicht scheut, Amneris als „normale“ Frau zu zeigen, die sich durchaus mit alltäglichen „Problemchen“ rumzuschlagen hat, ist dieser Spagat  wirklich gelungen.

Mit Charme, Witz und einer Portion Sexyness gespickt, verzaubert Sie das Publikum.

Aida, Amneris und Radames sind nicht nur sehr schön anzusehen, sondern auch stimmgewaltig und schauspielerisch Top.

Die Idee die Bühne in Sandfarbe zu tauchen und bis in den Zuschauerraum auszuweiten, gibt einem das Gefühl, nicht nur dabei sondern mitten drin zu sein.

Das Publikum wird auf eine Art Zeitreise mitgenommen. Alles ist detailliert

aufeinander abgestimmt, bis hin zu den Kostümen welche farbenfroh, wunderschön und Bilderbuch getreu daherkommen.

Es fehlt an nichts.

Obwohl das Wetter sich nicht von seiner besten Seite gezeigt hat, war der heutige Abend grandios. Ich habe gelacht und geweint, wurde verzaubert und für zwei Stunden in eine andere Welt entführt. Den stehenden Ovationen am Schluss nach zu urteilen, ging es wohl vielen anderen ähnlich wie mir. 

Sir Elton John hat leider den Weg an die schöne Thuner Seebühne nicht gefunden, immerhin haben seine schönen Lieder wie zum Beispiel „Written in the Stars“ den Weg nach Thun gefunden und bezaubernde ägyptische Schatten das Oberland.

 

Thun geht durchaus den gewagten Weg; ist AIDA doch kein Championsleague Musical und man bringt nächstes Jahr das im deutschsprachigen Raum mehr oder weniger unbekannte „Romeo und Julia Musical“. Für dieses Jahr ist zu hoffen, dass die „ägyptischen Götter“ regenmässig nicht so schlecht gelaunt sind.

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Geschrieben von: die Redaktion



auf Donnerstag, 10 Juli 2014 00:00 in Musical Berichte

Fernlicht aufs Westend - Dirty Rotten Scoundrels

Fernlicht aufs Westend


Musical: Dirty Rotten Scoundrels- Eigentlich wollte ich lieber schlafen.


Daniel Fischer


Manchmal ist der ImScheinwerfer mehr "must" als Lust. Ich hatte fast die ganze Nacht nicht geschlafen und wollte es doch so gerne nachholen! Blöderweise waren da aber die Tickets
 für das Musical „Dirty Rotten Scoundlres“,einer Mattinée im Londoner Savoy Theater.

Glücklicherweise ticken die Engländer anders, ein Matinée findet in London nämlich um drei Uhr nachmittags statt.  Trotzdem, wie gut kann ein Stück sein mit dem eingebildeten Titel "Zwei hinreissend verdorbene Schurken", Eigenlob stinkt doch bekanntlich......!

Das Gericht wurde im übrigen nach den immer gleichen Kochrezept verbrochen,
man nehme ein alten Erfolgsstreifen - die Vorlage kam sowohl 1964 als auch 1988 ins Kino, nebenbei mit Marlon Brando uns Michel Caine-und kreiert ein Musical.


Was in aller Welt hat so ein Machwerk 2014 als Musical im Westend zu suchen? Ich fragte mich eigentlich nur, ob ich bis zur Pause ohne Tiefst Schlaf durchhalten würde? Und ob, sonst hätte ich wirklich etwas verpasst!
Ich werde versuchen dieses Stück mit Verweisen auf andere Stücke zu umschreiben und zu erfassen!

REBECCA: Handlungsort ist ein kleiner französischer Kurort an der Riviera, hier sind Sonnenschein und Liebe angesagt. Wie in Rebecca- Spielort Montecarlo- läuft das Ganze in der Scheinwelt mondäner Hotels ab.

TOPHAT: Wie in diesem neuen und erfolgreichen Musical wird viel und sehr gut getanzt, die Kostüme spielen dekorativ ein wichtige Rolle. Das tänzerische Element ist natürlich nicht derart manifest.

ANY GET YOUR GUN: Ein Cowboygirl tritt wie dort auf. Eine sehr eindrückliche Figur , die  

  wirklich an das Orginal erinnert!

 

 CATCH ME  IF YOU CAN: Es geht ein bisserl um Betrügerei-recht charmant, die Gangster sind  durchaus nett, die Tricks erinnern an Frank Avagnale. Die bösen Buben Lawrence und Freddy spielen in der gleichen Liga.

 NIEDERDORFOPER: Auch hier sind die bösen Buben nicht so kriminell wie die internationalen Gangster unserer Tage. Bei beiden Stücken  kommt es zu einem Happyend, die Betrüger werden mehr oder weniger zu Opferlein.

BIBI BALU: Siehe oben, auch hier werden die Gauner begaunert, aber im Londoner Musical

schlüpfen die Schauspieler  auch in mehrere Rollen, nicht in so viele wie WAM aber Rufus Hound ist auch viele Lacher wert.

 

Wenn sie hingehen, werden sie herausfinden, dass auch TITANIC und ICH WAR  NOCH NIEMALS IN NEW YORK vorkommen. Mit grösster Sicherheit werden Sie aber nicht einschlafen auch bei grösstem Schlafmanko, sie werden wie ich hellwach sein und bleiben!

 

PS: MAMA MIA IST AUCH VERTRETEN, ABER ABBA TÖNT DOCH BESSER. 

 

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Geschrieben von: Daniel Fischer



auf Montag, 23 Juni 2014 00:00 in Musical Berichte

Fernlicht aufs Westend: Musical „Pajama Games“ –„Guet Nacht“ am sächsi

Fernlicht aufs Westend  Musical „Pajama Games“ –„Guet Nacht“ am sächsi

Daniel Fischer

Ein Kilometer langer Taxistreik, ein englisches Schuhgeschäft, das trotzdem deutsch Schuh heisst, ein Arbeitskampf à la „Flash Dance“, ein Marylin Monroe Verschnitt, ein Indianischer Messerwerfer, Pyjama Herstellung und Frau Chörli usw.

Was diese Aufzeichnung soll?

Ausser der ersten zwei Elemente gehören alle zum 1954 Uraufgeführtem Musical „The Pajama Games“

Das dieses 60 jährige Stück – mehr oder weniger im Jahre 2014 ein Revival erlebt, ist für mich als „alter Musicalhase“ erstaunlich. Pajama Games ist eine extrem amerikanische, dem Zeitgeist verpflichtete Geschichte, dessen tänzerisches, musikalisches und  dramaturgisches Niveau  – trotz der Rolle von Doris Day im Film  und „Hey there“   eher bescheiden bleibt. Solche „Historiker“, die seinerzeit durchaus Erfolg hatten, belegen den Fortschritt, die heutigen Musicals gemacht zu haben.

Letztlich brachte 1954 auch viel Gutes, die erste Nierentransplantation, die Verfassungswidrigkeit von Rassendiskriminierung der Schwarzen, den Farbfernseher, den Literaturnobelpreis für Ernest Hemingway und…. Scrabble. Ich habe dem eigentlich nicht viel beizufügen, nur das die Taxis am Ende des Stückes wieder fuhren. Gott seis gedankt.

 

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Geschrieben von: Daniel Fischer



auf Freitag, 20 Juni 2014 00:00 in Musical Berichte

Fernlicht aufs Westend - „Miss Saigon“

 Fernlicht aufs Westend

 „Miss Saigon“ Die wohl schönste Inszenierung einer der vollkommensten Musicals.

Daniel Fischer

 Wohl noch nie hat sich das Londoner Westend mit positiven Schlagzeilen so überschlagen wie mit dem Revival dieses Klassikers, der seit Mai London einvernahmt hat.

https://encrypted-tbn0.gstatic.com/images?q=tbn:ANd9GcQiwdD_el2q11trBaP9kv3AgOSlHCbTqoFz1B6ahwWferyONJCfnQIch empfinde genau so. Diese so authentische rührende Geschichte über Nationen, Kriegsprostitution im Dreamland, Waisenkinder, verschiedener Ebenen von Liebe begleitet von eindringlicher balladenhafter Musik wird von in jeder Hinsicht brillanten Darstellern gegeben. Was Jon Jon Brones als Ingenieur, Eva Noblezada als Kim und Alistar Grammer als Chris abliefern, ist „aller höchste“ Sahne.

 

Das Madame Butterfly Thema aufgerüstet durch die Vietnam Geschichte bietet neben einer überzeugenden Story, beste Musik und Emotionen.

 

Normalerweise sind Story, Stage und Sound von unterschiedlichem Niveau. In kaum einem anderen Musical sind die einzelnen Elemente derart ausgeglichen gut. Miss Saigon ist so gesehen wohl eines der vollkommensten Musicals überhaupt.

 Drei persönliche Anmerkungen:

http://www.cheaptheatretickets.com/wp-content/uploads/2012/04/Miss-Saigon-Lea-Salonga.jpgIch erlebe hier Historie, der 1978 beendete Vietnamkrieg ist mir sehr präsent, so etwas nach 20 Jahren wieder zusehen, fährt ein.

 

Neben „The Chorus Line“ war Miss Saigon das Musical, dass mich zu dieser Musiksparte trieb, Miss Saigon war auch immer jenes Stück, dessen Namen ich auf die „dumme Frage“ nach meinem Lieblings Werk verlegenheitsmässig aus dem Hut zog.

 

Hinter mir sass, von Tränen gerührt, eine Gruppe vietnamesischer Jahrgänger, auch das liess mich nicht kalt.

 

Die Londoner schrieben, diese Show sei ein „must“, ein Bern-Zürcher wiederspricht hier nicht.

Genervt hat mich einzig die zwanghafte politische Gleichschalterei unterschiedlicher politischer Themen, welche bei Programmheftmachern üblich ist.

Bereits bei André Chénier 2012 in Bregenz wurde der arabische Frühling zusammenhanglos hoch gelobt. Das Programmheft von Miss Saigon versucht krampfhaft, das Leiden der Kinder der Gi‘s in Vietnam mit jenem der Kinder in Syrien gleich zu setzen. Es ist bedauerlich, dass Intellektuelle auf simple Art und Weise versuchen künstlich originell zu sein.

 

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Geschrieben von: Daniel Fischer



auf Mittwoch, 18 Juni 2014 00:00 in Musical Berichte

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