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Musical Magazin - Berichte - Film - Theater - Oper Schweiz

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Tanguera – The spirit of Tango

Von Ronen Fischer

Ein Hauch von Südamerika war an der Premiere des Tanzspektakels Tanguera im sonst so  schweizerischen Theater 11 zu verspüren. Das Publikum, dass sich mehrheitlich aus Frauen und Pärchen zusammensetzte – die Jugend war nur wenig vertreten – nahm den Funken gerne auf und  forderte dann eine Zugabe. Der Abend begann sehr vielversprechend, vor dem eigentlichen Show-beginn tanzten einige Unermüdliche vor der Bar im Foyer Tango; apropos Vorstart das Musical „Once“, welches weltweit Riesenerfolge zelebriert, beginnt ähnlich, spielen doch verschiedene Musikanten bevor der erste Akt anfängt an der Bar ihre irischen Melodien.

Sie werden fragen: Was ist Tanguera? Es hat offenkundig etwas mit Tango zu tun. Die nächste Frage muss lauten, was ist Tango?

Tango ist ein mit viel Leidenschaft dargestellter ursprünglich argentinischer Tanz, welcher von Paaren dargeboten wird. Schlüsselbegriffe sind Erotik, Sinnlichkeit und das Ausserordentliche, dass die Tänzer in ihrer Begeisterung deutlich machen. Die Veranstalter sehen Tanguera als Tango-Musical. Aus meiner Sicht wird hier der Musical-begriff massiv überinterpretiert. Geschichte und Gesang sollten schon etwas dominanter vorkommen als in Tanguera. Ohne Zweifel steht bei diesem Werk der Tanz und die Tänzer absolut im Vordergrund. Nachdem es gang und gäbe ist, den Begriff des Musicals immer mehr als Containerbegriff zu verwenden, das bedeutet, dass jeder für sich selber den Ausdruck neu definiert und irgendwelche individuelle Elemente als neuen Definitionsteil hinzufügt, kann man auch Tanguera als Musical betrachten, obwohl mir persönlich „die Worte fehlten“. Entscheiden war aber für diesen Premierenabend die tänzerische Darbietung.

Das rhythmische  Zusammenspiel von Musik und Tanz ermöglichte es den Tänzer und Tänzerinnen, das Publikum für sich zu gewinnen. Nicht nur tänzerisch, sondern auch athletisch wurde der Tango in einer erotischen und eindrucksvollen Form wiedergegeben. Die wenigen gesanglichen Darbietungen erklangen in melodischen Spanisch, welche vom guten Orchester begleitet wurden. Die feurige Tango-Musik – Tango ist eine eigenständige Musikrichtung – ertönte durchgehend in spielerischer Weise gemeinsam zu den Schritten der Tänzer. Die stilvoll auserlesenen Kostüme sowie das eindrucksvolle Bühnenbild trugen dazu bei, Argentinien authentisch miterleben zu können. Besonders die Projektionen alter Fotos am Hafengelände Buenos Aires zu Beginn der Vorstellung sowie das beachtliche Lichtdesign halfen mit, die Premiere gelingen zu lassen.

Tanguera erzählt die herzerwärmende Geschichte einer begnadeten Tänzerin, welche als Immigrantin in Buenos Aires eintrifft. Von da an beginnt ihr Leid auf den Weg durch verschiedene Bordelle und Nachtclubs. Doch es endet im Happy End, die ehemalige Prostituierte wird zur Tanguera und schlussendlich zum Stern des Cabarets. Tanguera verkörpert somit den „Argentinian Dream“ einer armen Immigrantin, welche die Hoffnung nie aufgibt und die Leiter des Erfolgs bis ganz weit oben aufsteigt. Die Weisheit des französischen Literaten Daniel Goeudevert könnte demnach passender nicht sein: „Im Leben muss man eben oft, wie beim Tango, auch mal zwei Schritte nach hinten machen, um dann einen nach vorne zu tun.“

Tanguera ist Leidenschaft, Sehnsucht, Musik und Tanz und sicherlich ein bemerkenswertes Schauspiel. Die Tänzer wie auch die Musiker sind in jeder Hinsicht professionell. Grundsätzlich empfehle ich die Show denjenigen weiter, welche sich besonders stark für den Tanz des Tangos begeistern lassen, wer jedoch auf ein klassisches Musical aus ist mit viel Gesang und einer gut verständlich dargestellten Geschichte wird von Tanguera nicht zufrieden gestellt. 

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Geschrieben von die Redaktion



k2_ON Donnerstag, 30 Oktober 2014 00:00 in Musical Berichte

Der verreckte Hof, von Georg Ringswandl

So unterhaltsam kann Demenz sein!

Wäre ich zu einem Theaterstück über Demenz eingeladen worden, wäre ich wohl nicht hingegangen. Der Titel des Ringsgwandl-Stückes „Der verreckte Hof“ verriet indes nichts davon, auch nicht, wie witzig, unterhaltsam und charmant der Abend sein wird. Allerdings ist der Name Markus Schönholzer, der die musikalische Leitung innehat, Garant für aussergewöhnlich tolle Produktionen. Regie führte in der Schweizer Erstaufführung der hochdeutschen Fassung Stephan Roppel. Fünf Schauspieler stellen fünf markante Charakter dar: die (möglicherweise) demente Hofbäuerin (Suly Röthlisberger), der zwanghafte ausgeburnte Staatsangestellte (Michael Wolf), die Lehrerin und Tochter des Hofes (Vivianne Mösli) und der in der Stadt lebende Manager im Softwarebereich (Christoph Rath). Niemand hat Zeit, sich um die Mutter und den Hof zu kümmern. Das zahlt sie ihnen allen mit bissigen Bemerkungen heim. Doch dann erscheint die langbeinige blonde Svetlana aus der Ukraine (Judith Cuénod) – und hält allen den Spiegel vor. So wird reihum auf dem bayrischen Hof ausgeteilt. Dies sehr oft gesungen, begleitet von Robi Rüdisühlis Handorgel. Die Texte und Lieder stammen von Ringswandl, der in seinen Dreissigerjahren die Herzchirurgie verliess, um sich seiner wahren Passion, dem Musiktheater zuzuwenden, mit Humor und Politsatire.

Die Bühne von Petra Strass im Steingewölbe der Winkelwiese, ganz aus Holz ist eine Fusion aus Maiensäss und Scheune. Alles nah beisammen, verwinkelt, mit zahlreichen Türen und Läden versehen, die ständig auf zu zuklappen. Ueberraschend, wo die fünf Schauspieler überall hinkriechen, sich ins Bett legen, sich hinter einer Scheiterbeige verstecken, um später anderswo wieder zu erscheinen. Diese schlichte Komplexität überzeugt – genauso wie Rüdisühlis musikalische Begleitung von Texten und Gesang. Eine Handorgel, ein paar Stimmen. Schönholzer hatte die musikalische Begleitung, die für eine Rockgruppe „geschrieben“ worden und für die es keine Noten gibt, mit den Schauspielern und Rüdisühli nur mittels Proben und Ausprobieren auf die Akkordeonfassung umgebaut: minimal Art, einfach witzig und grandios. 

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Geschrieben von Reto Agosti



k2_ON Montag, 20 Oktober 2014 00:00 in Musical Berichte

Circus Ohlala: „ein Erotisches Liebesspiel“ gekonnt umgesetzt

Wissen Sie was Erotische Liebesspiele sind? Sie werden wohl teilwiese zu „unrecht“ sagen natürlich. Was Sie aber vielleicht nicht wussten, dass erotische Liebesspiele auch ein griechischer  Aphorismus sind. Erotisches Liebesspiel: Das beste und schönste Spiel überhaupt… Ohne Anordnungen, ohne Befehle, ohne Grenzen, ohne Sieger und Verlierer – wenn beide Partner gleichgestimmt sind.

In dem vierten Akt der Show von Gregory und Rolf Knie stellt Ohlala ein erotisches Liebesspiel vor und es ist unwichtig wieviel Leute an diesem Spiel beteiligt sind… es ist atemberaubend!

Langsam kommt die Dunkelheit im Saal, welche nur ein Mondlicht auf der Bühne übrig lässt … es läuft mystische Musik… von allen Seiten kommen Männer und Frauen, welche in langen Mänteln bekleidet sind, ihre Gesichter hinter Masken verstecken… es sieht nach einem Ritual aus… eine phantasie- und geheimnisvolle    Darstellung. http://files.newsnetz.ch/story/2/5/7/25742165/teaserbreitgross.jpg

 

 Die romantischen, erotischen, provokativen, lustigen,  frechen, und verrückten Spiele beginnen…

 Ein junges Paar zeigt in ihrer Strapaten-Show eine  romantische liebesvolle Geschichte. Momente der  Sinnlichkeit und der Entstehung der Liebe, die viele  Phasen durchläuft. Die Szenerie wird von sanfter und  eindringlicher Musik begleitet.

 Wenn man sich in eine traumhafte Welt „gehen lassen“  will, dann sind sie bei Ohlala am richtigen Ort. Der Herr  des Ringes, Francis Perreault, mit seiner künstlerischen  Gymnastik und Tanz verführt Sie in einen fantastischen  Traum. Shenea Booth  mit ihrer Äquilibristik Show erfüllt  die Vorstellung mit Kraft und Eleganz gleichzeitig, was  auch Samira Reddmann in ihrer Trapezshow macht. Mir  haben nicht nur Artisten, sondern auch die Umgebung  und die gesamte Atmosphäre im Zirkuszelt gefallen, es ist  alles speziell und sexy. Es knistert in der Luft, so sehr dass  mein Partner während der Trapezshow, zu sehr  auf die drei sich amüsierenden Damen im Bett, auf dem Boden, als auf die Darbietung auf dem Trapez geachtet hat.

Besonders faszinierend war für mich die freche, sexy Schwertschluckerin Lucky Hell. Eine provokative, gefährliche, dominante Frau zeigt ihre Kunst ganz erotisch und sprachlos. Das Premierenpublikum war von den vier muskulösen Männern mit der Show am Hochreck „Extreme Fly“ begeistert. Dank den besten Plätzen direkt am Bühnenrand hatte ich das Gefühl, dass einer von diesen schönen Männern direkt auf meinen Schoss fliegt, Huch! - leider nicht!

Ganz sicher zum Lachen bringt sie der Comedian Otto Wessely mit seiner chaotischen Zauberei. In einer lustigen Weise verrät er die Geheimnisse der Magie. In einer weiteren amüsanten Performance zeigt das Duo „Capa i Espaca“ eine verrücktes und charmantes Paar, ihre Liebe. Auch „die schönen Brüder“ mit ihrem „Naked Towel Dance“ belassen Sie während Minuten in der Hoffnung, dass endlich – Autsch - das Tuch zu Boden fällt. Ich habe während dieser Vorstellungen pausenlos gelacht.

Im Vergleich zum letzten Jahr war der vierte Akt anders. Letztes Jahr war es mehr hemmungslos, schmutzig sowie witzig. Die Vorstellung Im diesem Jahr war mehr durch Romantik und Erotik geprägt. Ein Gewinn war die Sängerin Jean Pearl, die mit ihrer wunderschönen Stimme die Vorstellung begleitet hat.

Der Liebescircus Ohlala ist für mich eine lustige, spannende, schöne und erotische Show. Vor allem wenn ich es mit meinem Partner anschauen kann, dann gibt es – uiuiui - ein ganz besonderes Knistern.

Anna Stüssi

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Geschrieben von Anna Stüssi



k2_ON Montag, 06 Oktober 2014 00:00 in Musical Berichte

Nuhr ein Traum - Dieter Nuhr, Kongresshaus Zürich

quelle http://www.actnews.ch

Es lohnt sich absolut, Dieter Nuhr live zu sehen - so lange er noch einen Kopf hat. Mit den zielsicheren Knock Outs gegen die Islamisten zeigt Nuhr grossen Mut und streckt seinen Kopf oft weit aus dem Fenster. Lacher sind gewiss, aber auch Schmetterlinge im Bauch. Da hat er vom heiligen Franziskus in Rom weit weniger zu fürchten. Oder von den Schweizern: Gibt es „Bauer sucht….“ noch? Ich rate gerne mit: wer ist Bauer, wer ist Frau – und wer sind die Tiere auf dem Hof. Da wirken ein paar einführende Worte über die Schweiz und die Schweizer schlicht verträumt. Keine Gefahr drohe den Schweizern, wenn die Ozeane bis 2050 um 83 cm steigen werden – doch, meint er, wie soll ich diesen sehr genauen Prognosen glauben, wenn die Wetterleute das Wetter nicht mal auf 2 Wochen hinaus voraussagen können. Die Schweiz müsse endlich autofähig werden, meint er. In den vielen 30er Zonen möchte er gerne auf den Verkehrstafeln eine Null hinzufügen und dann mit Vollgas hindurch.

Zweieinhalb Stunden dauert die Einmanncomedy – ohne Zugabe. In dieser kommt Nuhr noch ein zweites Mal in Fahrt. Dann verschwindet er schliesslich mit Mikrophon und iPad in der Hand im Schwarz der Bühnenvorhänge. Der iPad wurde von ihm fleissig gestreichelt, manchmal auch mit benetztem Finger, als wärs eine Zeitung. Der unglaublich wortgewandte Nuhr scheint allerdings ein sehr schlechtes Zahlengedächtnis zu haben, muss er doch auf dem iPad die Höhe des Meeresspiegelanstiegs „nachschlagen“, oder, die 50% der Bevölkerung, die in Deutschland 95% der Steuern bezahlen. Auswendig dagegen die köstlichste Verdrehung von Statisiken – überprüfen kanns eh niemand.

Nuhr verblüfft durch athletisches Durchhaltevermögen, sportlich gekleidet mit Addidas an den Füssen und einem grauen T-Shirt vor der Pause und einem weissen danach. Tiefschlag auf Tiefschlag, kaum die vielen Lacher und den nicht seltenen Applaus abwartend, zeigt er Stehvermögen. Wie macht er das nuhr? Act Entertainment, die Organisatorin, gibt zwar keine Antwort, doch gibt sie uns die Möglichkeit, live dabei zu sein. Noch.

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Geschrieben von Reto Agosti



k2_ON Mittwoch, 24 September 2014 00:00 in Musical Berichte

Helge Schneider vom „Sinn im Unsinn“

Auf seiner Europatournee besuchte Helge Schneider „offenbar“ auch das Volkshaus in Zürich.

Wieso in aller Welt den „offenbar“, nun ich war zwar da, dass aber auf dem aller schlechtesten Platz unmittelbar hinter einer Säule, hörte zwar den Komiker, sehen konnte ich Ihn aber wirklich nicht.

Was ich gesehen hätte, hätte mir wohl gefallen! Denn was ich hörte, war wirklich beachtlich.

An dieser Stelle sei vermerkt, dass ich nun wirklich kein bekennender Helge Schneider Fan bin. Ich fand seinen Klamauk, seinen Megahit über das Katzenklo ziemlich blöd und ging mit einer sehr tiefen Erwartung an diesen Anlass. Das Publikum tobte bereits lange vor dem Beginn des Konzertes, ich glaubte tatsächlich im „falschen Film“ zu sein. Eines muss man dem Künstler lassen, er ist ausgesprochen authentisch und hat einen hohen Wiedererkennungswert, einen zweiten Helge Schneider gibt es tatsächlich nicht. Er erinnerte mich mit seinen jazzigen Liedern ein bisserl an die Anfänge des Musicals, haben doch seine Songs nicht einen stehenden Text, sondern werden diese vom Konzert zu Konzert  variiert, Helge ist ein Meister der Improvisation. Stopp, er ist auch ein Meister der Musik, wurde 2008 zum Klavierspieler des Jahres gewählt und erhielt 2012 den deutschen Comedy Preis. Zum Ersteren, Schneider spielt eine Vielzahl von Instrumenten, Hammondorgel, Trompete, Cello, Schlagzeug, Blockflöte, Geige, Gitarre, usw.

http://files.newsnetz.ch/story/1/0/4/10432931/3/topelement.jpgSelbst spricht er davon, dass er einer sei, der den „Sinn im Unsinn“ findet, speziell neckisch ist, wenn er sich über Udo Jürgens, Peter Maffay oder Howard Carpendale lustig machte. Auch Tina Turner kriegt ihr Fett weg, der Künstler rühmt sich damit, dass er seinen Bühnenanzug seit 40 Jahren trägt, Tina Turner könne Ihre Bekleidung auch noch heute tragen, aber höchstens in der Tüte. Die Band, bestehend aus Klassemusiker wird auf witzige Weise zur „Sau“ gemacht, aber alles ist ungefähr so ernst und liebevoll gemeint, wie der vorgeschlagene „Abbau“ des Matterhorns.

 Helge Schneider ist zweifellos eine eigeständige Kultfigur, die Tatsache dass ich Ihn unmittelbar erleben durfte, hat mein Bild von Ihm massgeblich verändert. 

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Geschrieben von Daniel Fischer



k2_ON Mittwoch, 10 September 2014 00:00 in Musical Berichte

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