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Musical Magazin - Berichte - Film - Theater - Oper Schweiz

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Helge Schneider vom „Sinn im Unsinn“

Auf seiner Europatournee besuchte Helge Schneider „offenbar“ auch das Volkshaus in Zürich.

Wieso in aller Welt den „offenbar“, nun ich war zwar da, dass aber auf dem aller schlechtesten Platz unmittelbar hinter einer Säule, hörte zwar den Komiker, sehen konnte ich Ihn aber wirklich nicht.

Was ich gesehen hätte, hätte mir wohl gefallen! Denn was ich hörte, war wirklich beachtlich.

An dieser Stelle sei vermerkt, dass ich nun wirklich kein bekennender Helge Schneider Fan bin. Ich fand seinen Klamauk, seinen Megahit über das Katzenklo ziemlich blöd und ging mit einer sehr tiefen Erwartung an diesen Anlass. Das Publikum tobte bereits lange vor dem Beginn des Konzertes, ich glaubte tatsächlich im „falschen Film“ zu sein. Eines muss man dem Künstler lassen, er ist ausgesprochen authentisch und hat einen hohen Wiedererkennungswert, einen zweiten Helge Schneider gibt es tatsächlich nicht. Er erinnerte mich mit seinen jazzigen Liedern ein bisserl an die Anfänge des Musicals, haben doch seine Songs nicht einen stehenden Text, sondern werden diese vom Konzert zu Konzert  variiert, Helge ist ein Meister der Improvisation. Stopp, er ist auch ein Meister der Musik, wurde 2008 zum Klavierspieler des Jahres gewählt und erhielt 2012 den deutschen Comedy Preis. Zum Ersteren, Schneider spielt eine Vielzahl von Instrumenten, Hammondorgel, Trompete, Cello, Schlagzeug, Blockflöte, Geige, Gitarre, usw.

http://files.newsnetz.ch/story/1/0/4/10432931/3/topelement.jpgSelbst spricht er davon, dass er einer sei, der den „Sinn im Unsinn“ findet, speziell neckisch ist, wenn er sich über Udo Jürgens, Peter Maffay oder Howard Carpendale lustig machte. Auch Tina Turner kriegt ihr Fett weg, der Künstler rühmt sich damit, dass er seinen Bühnenanzug seit 40 Jahren trägt, Tina Turner könne Ihre Bekleidung auch noch heute tragen, aber höchstens in der Tüte. Die Band, bestehend aus Klassemusiker wird auf witzige Weise zur „Sau“ gemacht, aber alles ist ungefähr so ernst und liebevoll gemeint, wie der vorgeschlagene „Abbau“ des Matterhorns.

 Helge Schneider ist zweifellos eine eigeständige Kultfigur, die Tatsache dass ich Ihn unmittelbar erleben durfte, hat mein Bild von Ihm massgeblich verändert. 

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Geschrieben von: Daniel Fischer



auf Mittwoch, 10 September 2014 00:00 in Musical Berichte

CIRCUS MONTI - ZUM DREISSIGSTEN – GRATULATION!

Der Circus Monti feiert  in diesem Jahr seinen dreissigsten Geburtstag und damit es alle sehen, gastiert er auf dem Sechseläuten Platz in Zürich. Das dreissigste Jahr sich bei so viel guter Konkurrenz (durch)halten zu können ist schon was, verdient meinen vollen Respekt.


Nicht vergessen darf, dass es sich eigentlich im Vergleich um eine Low-budget Produktion handelt. Der seinerzeitige Gründer Quido Muntwiler schrieb:

"Die Leute sollen kommen und Freude haben und  spüren", dies ist den Machern zweifellos auch dieses Jahr gelungen! Die Requisiten sind in dem Circus nicht teure Pferde und Elefanten, sondern Seil, Trapez, Diabolo und Schwungrad.


Da gab es verschiedene Höhepunkte. Die akrobatischen Stunts von Hand in Hand aus Kambodscha führten dazu, dass man den Atem anhielt, wiederum wurde der hohe Standard asiatischer Akrobatik eindrücklich unter Beweis gestellt. Auch Roue Cyr Aimé Morales aus Venezuela wusste mit seinem gemischten Auftritt als  Clown und Jongleur zu begeistern, es überrascht nicht, dass er in diesem Jahr eine Goldmedaille am Festival Mondial du Cirque de Demain in Paris gewonnen hat und zusätzlich den Publikumspreis; auch in Zürich spielt er gekonnt mit dem Zuschauern. Die Zauberdarbietung ist okay, dagegen sind die Diaboloshows etwas für das schnelle Auge, fünf Diabolos gleichzeitig sind echt "teuflisch“, nichts ist hier mit dem Diabolo unmöglich. Die Kontorsionen der Schlangenfrau Anaëlle Molinario aus Frankreich lassen sich sehen, da ist kein Körperteil vor der " Biegung " sicher.

Die dritte Dimension ist am Trapez durch Nella Niva und Sinna Lenthinen, beide aus Finnland vertreten. Nicht mein Ding  - dies sahen aber viele Zuschauer anders- waren die Schweizer Clowns Ursina und Charlotte. Speziell in zweiten Teil waren Sie für mich schlichtweg "too much" präsent.

Nichts desto trotz ein gelungener und empfehlenswerter Abend.

 

 

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Geschrieben von: Daniel Fischer



auf Freitag, 29 August 2014 00:00 in Musical Berichte

Die Zauberflöte als Fantasy Spektakel

Mozarts „Zauberflöte“ gehört weltweit in den Opernhäusern zu den meistaufgeführten Werken. Als schrilles und faszinierendes Opern Spektakel auf Europas grösster Seebühne am Bodensee ist diese Aufführung jedem Liebhaber von Opernaufführungen, zu empfehlen – sofern noch Eintrittskarten erhältlich sind. Zauber heisst jetzt Fantasy, wäre ich fast gewillt zu schreiben.

Dominiert wird diese Aufführung von Marie-Jeanne Leccas phantasievollen Kostümen. Zauber und die Wiener Symphoniker ergänzen die Fantasy musikalisch farbenfroh. Ein imposantes Bühnenbild mit 27 Meter hohen Drachen, der riesige Schildkrötenpanzer mit dem aufblasbaren Seegras oder die tollkühnen Flugakrobaten verbunden mit wunderschöner Natur, machen die Aufführung tatsächlich zu einem zauberhaften, skurrilen,  Fantasy Spektakel; ein optisch überwältigendes Märchen. Es ist bewundernswert, wie es dem Regie führenden Intendanten David Pountney gelungen ist, Spektakel und Tiefe, Ernst und Unterhaltung zusammen zu bringen.

Mit (negativ) kritischem Blick betrachtet, könnte man anbringen, dass auf populistische Art eine zwar wunderschöne Bühnenshow entstanden ist, dies jedoch auf Kosten von einer der besten musikalischen Werke Mozarts. Dies ist aber nicht meine Meinung. Für mich der einzige Nachteil an der Aufführung ist, dass man den Inhalt von Emanuel Schikaneder versteht, diese Story ist aber wirklich nicht so toll.

 

 Was die Bregenzer Festspiele zeigen, ist effektvolle Opernunterhaltung des 21. Jahrhunderts. Ein Fantasy Märchen nicht nur für Erwachsene. Persönlich würde ich mir wünschen, dass während einer unterhaltsam anspruchsvollen Aufführung von über 140 Minuten einmal doch eine Pause gemacht wird.  Für die gutschmeckenden und perfekt funktionierenden Gastronomie  rund um die Räumlichkeiten der Seebühne ein Mehrwert. In Wallenstadt ist das womöglich, gar keine schlechte Lösung.

 

Alles in allem eine Super Show.

Daniel Stulz

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Geschrieben von: die Redaktion



auf Mittwoch, 30 Juli 2014 00:00 in Berichte

MY FAIR LADY- MY FAIR HEIDI : Eine gelungene Kombination!

Ob ein Künstler in einem Casting Erfolg hat, hängt häufig davon ab, welchen Song er wählt. Die Walenseebühne musste nach ihren Heidimusical ein geeignetes Stück finden, in dieser Spielzeit ist Ihr das zweifellos mit "My Fair Lady" im Sinne eines Volltreffers gelungen. Der Besuch der Show, die noch bis zum 23.August gegeben wird, ist zu empfehlen, ein rundum gelungener Abend erwartet sie! Westendniveau erreicht das Erlebte aber dennoch ( noch?) nicht. 

 
1956 hatte "My Fair Lady" am Broadway Premiere,1964 wurde es mit Audrey Hepburn zum Wegbereiter des Musicals in Europa schlechthin.Die Musik stammt von Frederick Loewe, der Einfluss der Wiener Operette ist unverkennbar, Alan Lerner (er)schuf in Analogie zu Bernard Shaws Pygmalion das "Libretto".

Gemäss dem American Film Institute ist das Musical der acht erfolgreichste Musicalfilm aller Zeiten, "Singing In The Rain" führt die Liste an ,der Song "Ich hätt' getanzt heut' Nacht" ist Nummer siebzehn der erfolgreichsten Lieder, Amerikas Liebling ist wenig überraschend "Over The Rainbow". Die Stärke des Werkes liegt aber darin, das ein recht überzeugende Story von für mich sehr schöner Musik begleitet wird, wobei fast jeder Song zum Hit wurde.

Die Macher der Walensee Bühne hatten aber noch eine andere Herausforderung zu bewältigen, sie benötigten eine geeignete Solistin für die tragende Rolle der Eliza Doolittle. Die Besetzung mit dem Schweizer "Musicalstar" Eveline Sutter ist ein voller Erfolg. Eveline singt sich vollkommen durch das Stück. Ihre komödiantischen  Einlagen verdienen volle Anerkennung, diese Eliza ist stark, man glaubt Ihr, das es sich um Ihre Traumrolle handelt. Alexander Franzen als Professor Higgins überzeugte vor allem im zweiten Teil, wo er insbesondere das Pygmalionmotiv sehr glaubwürdig herüber brachte.

Was macht die Walensee 5,5 Millionen Produktion aber aus? Die "Sprachproblematik" mit einem gehörigen Schuss Swissness nämlich Mundart auszufüllen ist gekonnt -dieses Element fehlte eben gerade bei der vergangenen Tell -Produktion-, Rollschuhe, Feuerwerk und Spiegelballet gute Einfälle; das Ganze hätte noch etwas moderner und dynamischer daher kommen können, insbesondere das  Bühnenbild entfacht erst im zweiten Teil seine Wirkung, ist der Schwachpunkt, Holz und Wasser geben eben mehr her.
Aber ...die Aufführung ist witzig, der Cast von Niveau, das Positive überwiegt bei weitem.
 
Letztlich kam man noch ins "grübeln", haben wir nicht auch heute eine gewisse sprachliche Verwilderung"'Mann" und ...hat der Satz aus dem Musical" Kennen Sie den keine Moral? Nein, diesen Luxus kann ich mir nicht leisten. "leider zu viel aktuelle Bedeutung?

 

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Geschrieben von: Daniel Fischer



auf Donnerstag, 24 Juli 2014 00:00 in Musical Berichte

Alvin Ailey schlägt Deutschland

Harte Konkurrenz am Premiereabend von Alvin Aileys Tanzprogramm der Superlative im Theater 11: 19.30 Tanzperformance vom feinsten, 22.00 Ankick. Euphorie für die einen, Trauerspiel für die anderen. Hüben und drüben Körperleistung, auf dem höchsten Niveau, was der Planet zu bieten hat. Auch was die Emotionen betrifft. Moderner Tanz ist die Inkarnation des esprit musicale schlechthin und als Zuschauer von vier Choreographien ist man dank Freddy Burger Management Live-Zeuge davon. Und das Alvin Ailey American Dance Theater ist ein WM-Finalist wenn nicht der Sieger schlechthin.

Revelation - am Schluss des Programms statt am Anfang geboten - erhebt die Emotionen der Gospelgottesdienste der Südstaaten, Alvin Aileys Herkunftsregion, in den tänzerischen Himmel. Statt nur Hin- und Herzuwogen wie im Gottesdienst, wird hier echter Tanz gelebt. Und das überhöht die Emotionen, die wir aus den Gospels kennen. In kräftigen Farben wird die südliche Landschaft einbezogen, mit goldenem Sunset oder Tanz am weissen Sandstrand. Revelation, choreographiert 1960, ist ein Must des Modern Dance und wird im Theater 11 zur sicht- und spürbaren Geschichte.

Grace steht am Anfang des Zürcher Programms und bezieht seine Energie ebenfalls aus der „Spannung von Säkularem mit Spirituellen“, aber auch aus den Märchen-Urfarben weiss, rot und schwarz. Die umwerfende körperliche und künstlerische Präsenz der 30-köpfigen Truppe ist atemberaubend und topmodern, obwohl Grace schon 1999 choreographiert wurden und zu den Klassikern von Alvin Ailey gehört.

Zwischen den Pausen sind Home (2011) und in/side angesiedelt. In Home bläst den Zuschauern reines Adrenalin von der Bühne her ins Gesicht, denn das Stück ist bunter und rasanter Afrohouse, getanzt  in Turnschuhen und Strassenkleidern und sässe das Publikum nicht im roten Plüsch des Theater 11, hätte es mitgetanzt. Und wäre das Stück als letztes geboten worden, wäre die Standing ovation weniger verhalten gewesen als nach dem historischen Revelation.

Den höchsten tänzerischen Reinheitsgrad zeigt das Stück in/side, meisterhaft choreographiert von Robert Battle 2009 und bezaubernd getanzt vom Bolliden Samuel Lee Robert, inspiriert von Nina Simon’s melancholischer Lyrik. So blitzartig flink und gleichzeitig grazil können sich Muskelberge bewegen! Und zu Boden werfen, um spiralig weiterzudrehen. Ein wenig später am selben Abend hätte es die gelbe Karte dafür gegeben. Doch kein Trauerspiel, sondern ein Hochgenuss, war dieser Abend im Theater 11 mit Alwin Ailey’s Truppe in Zürich.

 

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Geschrieben von: Reto Agosti



auf Donnerstag, 10 Juli 2014 00:00 in Musical Berichte

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