Praktisch reibungslos und bei perfekten Wetterbedingungen ging am letzten Donnerstag die Generalprobe der Jubiläumsproduktion „Wochenend und Sonnenschein“ über die Freilichtbühne der Theatergesellschaft in Meggen. Die gedeckte Tribüne bietet für knapp 400 Gäste Platz. Gespielt wird ab dem 17.07. (Premiere) auch bei nicht ganz idealen Wetterbedingungen. Infos zur Durchführung unter Tel. 1600, Rubrik 5 jeweils ab 16.30h an den Spieldaten oder unter www.tgm.ch

Seit 10 Jahren träumt Mutter Elvira (Christine Schwarz) und glaubhafte Verkörperung des P(utzen), W(aschen),K (ochen), also PKW-Prinzips (Das bisschen Haushalt...), vom Urlaub unter Palmen irgendwo in der Karibik. Aber anstatt seiner Frau diesen Traum zu erfüllen, kauft ihr Mann Peter (Peter Achermann) mit dem aus der eigenen Tankstelle verdienten Geld lieber einen Oldtimer, ein altes MG-Cabriolet , das liebevoll Elmar getauft wird. Um den schief hängenden Haussegen wieder ins Lot zu rücken, schlägt Peter vor, statt Karibikferien, mit Emma eine Spritztour an den Gardasee zu machen. Tochter Klara (Ricarda Storz), mit 17 gerade auf der Suche nach dem Sinn des Lebens (Wunder gibt es immer wieder), tut alles um die Gemüter zu beruhigen. Alles bereit für die Abfahrt, sorgt plötzlich Oma Maggie (Monica Duss) für Wirbel, denn ihr ist es im Altersheim langweilig(Kein Schwein ruft mich an).

Statt trauter Zweisamkeit zu frönen, entschliesst man sich gemeinsam in den Urlaub zu fahren. Zu Viert, das herrliche, voll funktionstüchtige Cabriolet vollgepackt, macht man sich auf gegen Süden.
Das ruft (Zwei kleine Italiener) den charmanten Ganoven Luigi (Christian Gurtner) und seinen herrlich schlauen Kumpanen Carlo (Guido Friebel) auf den Plan, deren aus einem Banküberfall stammendes Geld in Emma`s Kofferraum versteckt ist.
Eine witzige, turbulente und stolpersteinbespickte Reise beginnt. Ua. ein zu Hause vergessenes Bügeleisen, oder der unvermeidliche Stau am Gotthard sorgen für Frust und Aufregung. Mit Orts- und Verkehrsschildern werden die jeweiligen Reisestationen gezeigt. Fast spektakulär, wenn der voll beladene MG, verfolgt von Carlo auf einer Vespa, um die Zuschauertribüne kurvt (Highway to Hell) oder am Schluss Oma Maggie gemeinsam mit Luigi, der sich inzwischen in Tochter Klara verliebt und die Seiten gewechselt hat, den mit dem gestohlenen MG fliehenden Carlo verfolgen.......

Immer wieder unterstützen und beleben 3 jugendliche die Musik untermalende Tänzerinnen (Andrea, Francine und Liliane Friedli) in wechselnden Kostümen, zuweilen auch als Bühnenarbeiterinnen bei Schauplatzwechseln oder als lebende Ortsschilder fungierend, die Szene. Mit geschickt den Darstellern angepassten Choreographien(Ulrike J. Nieding) werden die rund 20 wunderbaren, meist aus den 50er und 60iger Jahren stammenden Hits untermalt.
Mit viel Schmiss und Pep unterstützt von der professionellen Liveband unter der Leitung von Beat Wurmet, der die vielen abwechslungsreichen Ohrwürmer liebevoll und aufwändig umarangiert hat, zeigen die (grösstenteils) Laiendarsteller mit langjähriger Erfahrung, eindrückliche Leistungen. „Ich küsse Ihre Hand Madame“ sülzt beispielsweise Guido Friebel oder „Kein Schwein ruft mich an“, sinniert Monica Duss mit etwas an die berühmte Margrit Rainer erinnernder Stimme.

Wunderbar aus dem Leben gegriffen, zeigt die Geschichte die Wünsche und Träume dreier im biederen Alltag gefangener Generationen die gottseidank in einem HappyEnd gipfeln.
Spannend auch das Bühnenbild. Der Freilichtproduktion entsprechend in die Umgebung geschickteingebettet ganz nach dem Motto aus Wenig mache Viel, stehen einzig 2 farbige „Szenenwürfel“ an einem eigens für die Produktion aufgeschütteten Kiesweg, die jeweils in das nötige Bühnenbild verwandelt werden. Gespielt wird in Schweizerdeutsch(Mirjam Ettel Kurmann und Reto Kurmann) und in Kostümen, angepasst an die 50-er und 60-er Jahre(Emmi Langensand und Ruht Küng). Das ebenfalls aufwändige Lichtkonzept (Markus Schürmann)bekommt sein Gewicht allerdings erst nach Einbrechen der Dunkelheit.
Der seit vielen Jahren theaterbeseelten Regisseurin Josette Gillmann-Mahler ist eine wunderbare Kreation aus Witz und Romantik, unterstützt durch schmissige und vielseitige musikalische Ohrwürmer, gelungen.
Wir wünschen dem ganzen Team viel Wetterglück und volles Haus. Gespielt wird bis zum 28.08.
Bildergalerie von der Generalprobe




