Es ist Samstag. Es regnet, wie immer wenn ich in Olten bin. Ich hab mich hier noch nie länger wie fünf Minuten im Freien aufgehalten, sondern immer gleich den Schutz vor der Sintflut gesucht, diesmal ist es die Schützi in Olten.
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Bereits zum dritten Mal findet hier Anfangs Dezember die Musicalgala „Musical Meets X-Mas“ statt, ich bin bereits zum zweiten Mal hier um Fotos der Produktion zu machen. In der Garderobe singen sich die Künstler ein und der Saal füllt sich. Es wird voll. Die Spannung im Saal steigt bis kurz vor der Show, leider wird es dem Lichtpult zuviel und lässt kurzerhand die Bühne im Dunkeln stehen. Nach einer kurzen Pause fängt der erste Showblock mit Verspätung und weissem „Notlicht“ an.
Zuerst kommt die Band, bestehend aus Janosch Schneider ( Percussion ), Oliver Potratz ( Kontrabass ) und Bijan Azadian ( Piano ) auf die Bühne und stimmen „Rhythm Of Life“ an. Nacheinander folgen Fabienne Louves, Isabelle Flachsmann, Julia Klotz, Patric Scott und Tino Andrea Honegger. Die gospelartige Musik lässt bereits das Wetter draussen und die fehlenden farbigen Spots vergessen.

Zu Patric , Tino, Isabelle und Fabienne müssen keine Worte mehr verloren werden, dies wäre Wasser in den Rhein, oder hier in Olten wohl eher Aare, getragen. Die Fünfte, Julia Klotz, ist hierzulande ausserhalb des Theaters Basel noch nicht sehr bekannt, doch ihr erster Soloauftritt mit „das Mädchen im 4. Stock“ beeindruckt alle im Saal mit einer druckvollen und wandlungsfähigen Stimme wie auch eindrucksvollem Minenspiel. Beeindruckend ist auch, wie perfekt und motiviert die drei Musiker das Fundament für die Songs bereit stellen.
Mit „Heimweh“ geht’s nach einer kurzen Moderation von Tino Andrea Honegger, bei der auch dieses Jahr der eine oder andere witzige Seitenhieb in Richtung Patric Scott nicht fehlen darf, über ein kurzweilliges Potpurri von bekannten („Alperose“) und weniger bekannten („I am a woman“) Musicalsongs in Richtung Horror.
Spätestens zu „Time Warp“ steht der Hinterste und Letzte und bekommt bei der Rocky-Horror-Show-Gymnastik warm. Dem Publikum ist es vielleicht nicht bekannt, aber viele Songs sind nicht zufällig im Programm, so steht Tino Andrea Honegger ab Februar in Bern im Musical „Alperose“ und im Sommer erneut in Deutschland bei der „Rocky Horror Show“ auf der Bühne. In der Rolle als Frank-N-Furter macht er sich hervorragend, doch der Anzug passt nicht wirklich. Wer nicht genug Horror bis hierhin hatte befällt diesen, als Tino auf die Aufforderung von Patric die Hosen fallen lässt und bestrapst auf der Bühne steht. Mit „Let the Sunshine“ kommt die Pause und auch das farbige Bühnenlicht zurück.
Der zweite Showblock bringt uns näher an Weihnachten und ein schnulziges „Oh holy Night“, „Silent Night“ und „Last Christmas“ darf neben „Jingle Bells Rocks“ nicht fehlen. Der gemeinsame Song von Patric und Fabienne „Real Love“ ist zwar nicht aus einem Musical oder ein Weihnachtssong, sie singen ihn aber am kommenden Tag in Kreuzlingen an der Ausscheidung zum Eurovision Song Contest und er reisst das Publikum zu tossendem Beifall mit.
Als schreibender Fotograf muss man sich auf eine Sache konzentrieren, in meinem Fall sind es eben die Bilder. Im Zuschauersaal sass Florian Schneider. Noch so gerne hätte ich mit ihm über seinen Sommer auf der Thuner Seebühne als Ammann gesprochen. Auch über das nächste Stück „8 Frauen“ von Isabelle Flachsmann oder „Alperose“ und „Rocky Horror“ von Tino Andrea Honegger sowie den bevorstehenden Auftritt von Patric Scott und Fabienne Louves in der Ausscheidung zur Eurovision gäbe es genug zu reden, doch dazu fehlt die Zeit und die nächsten Bilder rufen.
Im Fluge lassen die acht Profis auf der Bühne mit ihrer stimmigen und kurzweilligen Show die zwei Stunden vorbei gehen und das nasse Wetter wieder Realität werden. Wer es nicht eillig hat, trinkt zum Ausklingen noch etwas an der Bar und freut sich auf den 7. Dezember 2012, dem nächsten Regentag bei „Musical Meets X-Mas“ in der Schützi.
http://www.imscheinwerfer.ch/musical/berichte/744-wenn-musica.html
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