Standort: Start Musical Berichte / Rezensionen Lang lebe die Kaiserin! - Sissi und ihre Sehnsucht nach dem Tod

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Lang lebe die Kaiserin! - Sissi und ihre Sehnsucht nach dem Tod

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Am 19. Januar 2012 feierte das Musical „Elisabeth“, mit Annemieke van Dam als „Sissi“ in der Hauptrolle, im Musical Theater Basel Premiere.

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Zugestanden, ich gehöre zu jenen Menschen, die sich jeweils an Weihnachten und Ostern vornehmen, die Sissi-Verfilmung mit Romy Schneider nicht mehr im Fernsehen anzuschauen. Dass man trotzdem hängen bleibt, mitfiebert und die eine oder andere Träne verdrückt, ist für „Nicht-Sissi-Fans“ unverständlich.

Im Gegensatz zur Verfilmung zeigt das Musical „Elisabeth“ die Lebensgeschichte der Kaiserin aus einer völlig anderen Perspektive: In den ersten Minuten wurde dem Premierenpublikum, zu welchem unter anderem Bo Katzman, Peter Reber und Sarah Jane gehörten, erbarmungslos klar gemacht, dass die verklärten Vorstellungen über das Leben der Kaiserin Sissi revidiert werden müssen.

Die Musicalinszenierung beginnt bezeichnenderweise mit dem Tod Elisabeth’s und dem Freitod ihres Mörders Luigi Lucheni, gespielt von Kurosch Abbasi. Der Mörder, ein charmanter, italienischer Anarchist, agiert als Erzähler von Elisabeth’s Lebensgeschichte während des Musicals. Eine weitere zentrale Figur - „der Tod“- präsentiert sich als eine verführerische Gestalt im weissen Anzug. Überzeugend gespielt und brilliant gesungen wird die Rolle von Mark Seibert.

Die Lebensgeschichte der Kaiserin Sissi, d.h. angefangen bei ihrer schicksalshaften Verlobung, gefolgt von der Heirat mit dem Kaiser, bis hin zu den Auseinandersetzungen mit der Schwiegermutter betreffend der Kindererziehung, kam jedem Sissi-Fan vertraut vor. Faszinierend und polarisierend zugleich sind jene Szenen, in denen die Kaiserin mit ihrer eigenen Todessehnsucht konfrontiert wird und hin- und her gerissen ist zwischen ihrem Drang zu Leben und der Sehnsucht zu sterben.

Als musikalischer Höhepunkt dieses Musicals gilt zweifelsfrei die Hymne „Ich gehör’ nur mir“. Elisabeth besingt in diesem Lied ihre Prinzipien, ihren Freiheitsdrang und ihre Leiden in eindrücklicher Weise.

Trotz der soliden gesanglichen und schauspielerischen Leistungen der Musicaldarsteller, trotz des üppigen Bühnenbildes und der farbenfrohen Ballkleider und der bezaubernden Hauptdarstellerin liess sich das Basler Premierenpublikum nicht zu einer Standing Ovation animieren, obwohl dies angebracht gewesen wäre.

Die Produktion gastiert noch bis zum 5. Februar 2012 im Musical Theater Basel und ist auch für „Nicht-Sissi-Fans“ sehr zu empfehlen. Mehr Informationen unter gibt es unter www.musicaltheaterbasel.ch.

 

 

 

 

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