Am Pfingstsonntag 2012 – nach einem wunderschönen Ausflug auf den Pilatus – durfte ich die Derniere des Musicals „West Side Story“ im Theater Luzern besuchen. Das Musical, welches am 9. April 2011 mit dieser Inszenierung seine Premiere in Luzern feierte und seit dem 14. September 2011 als zweite Staffel aufgeführt wurde, lockte trotz der sommerlichen Temperaturen viele Zuschauer an.
Die Handlung von „West Side Story“ ist weltbekannt: Die Tragödie Romeo und Julia wird in das New York der 1950er Jahre übertragen. Die Liebesgeschichte mit den Hauptdarstellern Tony und Maria spielt sich dabei vor dem Hintergrund eines Bandenkriegs rivalisierender ethnischer Jugendbanden ab: der amerikanischen „Jets“ und der puerto-ricanischen „Sharks“. Mein erster Eindruck des Musicals war „Reduce to the Max“: Das Bühnenbild war schlicht, in den Farben schwarz bis grau gehalten und Requisiten waren fast keine im Einsatz. Die eher düstere Stimmung wurde dezent „aufgehellt“ durch gekonnt eingesetzte Lichteffekte und vor allem durch die Musik, welche vom Luzerner Sinfonieorchester gespielt wurde.
Aus Leonard Bernsteins Feder entsprang dieses Musicalmeisterwerk. Zu den tragenden Hits dieses Musicals gehören „Maria“, „America“, „Tonight“ und „Somewhere“. Das erste Mal Gänsehaut während der Musicalaufführung hatte ich bei der Performance des Liedes „Maria“. Generell muss ich festhalten, dass die Gesangseinlagen von Tony und Maria sehr überzeugend und berührend waren. Die anderen Gesangseinlagen wurden durch die Glanzleistungen der Hauptdarsteller eher in den Schatten gestellt.
Obwohl im Schweinwerfer die Inszenierung vor über einem Jahr hoch gelobt wurde (http://www.imscheinwerfer.ch/musical/berichte/830-wsslu.html), kann ich leider mit dem damaligen Journalisten seine Begeisterungsstürme nicht teilen. Lag es daran, dass das Ensemble nicht mehr so motiviert war nach dieser Spielzeit? Irgendwie wollte der Funken nicht zu mir hinüber springen, trotz des guten musikalischen Rohmaterials von Leonard Bernstein, von dessen Musik ich ein grosser Fan bin. Ferner musste ich feststellen, dass manch ein Zuschauer die Dialoge akustisch nicht verstanden hat, weil meistens viel zu leise gesprochen wurde.
Zum lustigsten Highlight des Abends gehörte zweifelsfrei die Umsetzung des Songs „America“. Hier bewies man Mut zu einer freizügigen und humorvollen Inszenierung. Da sprudelten die Musicaldarsteller vor Lebensfreude. Insbesondere die männlichen Darsteller auf Highheels genossen sichtlich diesen Part.
Nichtsdestotrotz gratuliere ich dem Ensemble und dem Theater Luzern, dass dieses Musical erfolgreich über eine so lange Spielzeit aufgeführt wurde.
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