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Fernlicht auf: Der Schuh des Manitu in Berlin

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In den ewigen Jagdgründen des Lachens

 

"Der Schuh des Manitu" von Bully Herbig ist der erfolgreichste Deutsche Film überhaupt. 11,5 Millionen sahen ihn sich an, er erzielte 65 Millionen Euro Umsatz. Seit dem 7. Dezember 2008 wird im Theater des Westens in Berlin bzw. im Theater des "Wilden" Westens dieses Musical aufgeführt, dass dort Welturaufführung hatte.

Es ist durchaus üblich, dass Musicals später als Filme zum Grosserfolg werden. Der umgekehrt Fall ist dagegen eher selten. Ein berühmtes Beispiel ist Marry Poppins.

Es sei vorweggenommen, die Beurteilung des Werks von Bully Herbig hängt von den Erwartungen ab. Ziel des Stücks scheint mir, dass sich das Publikum amüsiert und die Produzenten damit Geld verdienen. So gesehen, ist das Musical zweifellos ein Erfolg. Erwartet man aber, dass die Darsteller so gut sind wie Bully Herbig und seine Mannen im Original, ist man eher enttäuscht. Soll Wertmassstab sein, ein für die Ewigkeit gedachtes Musikspiel zu kreieren, dann kann der "Schuh des Manitu" nicht mithalten. Soll dagegen "Benchmark" der Humor sein - übrigens der Begriff "Musical" stammt ursprünglich von Musik und Comedy - dann trifft die Aufführung voll ins Schwarze. "Der Schuh des Manitu" ist zweifellos eines der lustigsten bzw. die lustigste deutschsprachige Musical-Produktion. Aus meiner Sicht muss dies auch das Ziel dieses Musicals sein. Dies bedeutet in der Wertung, das Ganze ist doch sehr gelungen. Ich musste eigentlich bei meinem Besuch mehr oder minder immer lächeln und ab und zu aus vollem Herzen herauslachen. Herausragend ist der Wortwitz. Der Song - die Musik stammt von Martin Lingnau, die Texte von Heiko Wohlgemuth - bzw. der Wortwitz ist beachtlich. Wenn da "ich trink' Ouzo, was tust du so" oder "wiedermal am Marterpfahl" geträllert wird, kann man darüber nur breit grinsen. Auch der Apache in der Patsche ist mehr als komisch. Das ausgerechnet der Hauptdarsteller im preussischen Berlin schönstes Bayrisch schmettert, ist ebenso lustig wie die Verfolgungsjagd der Darsteller quer durch das Publikum.

Die typisch verfremdeten Western-Requisiten sind genauso beachtenswert wie die 20 Puppen, die bei der Inszenierung eingesetzt werden. So fremd wie die Indianerwelt im Berlin-Bayern, ist auch das Kriegsbeil, das die Schoschonen ausgraben. Dummerweise finden sie kein solches und nehmen anstelle dessen einen Klappstuhl. Kunstvoll kommt auch die Projektion des Bühnenbildes als eine verfremdete Westernlandschaft rüber. Leider findet einer der Hauptdarsteller, der "tuntige" Zwillingsbruder Winnetouch, in Veit Schäefermeier keine glaubwürdige Verkörperung. Der Mann wirkt derart männlich, dass es sich aus meiner Sicht um eine echte Fehlbesetzung handelt. Das kann von Mathias Schlung, Mark Seibert und Michelle Splietelhof als Abahatchi, Ranger und Uschi nicht gesagt werden. Wer also auf seinem Kriegspfad in Berlin vorbeikommt, dem sei der Ausflug in die ewigen Jagdgründe des Theaters des "Wilden" Westens empfohlen.

 

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