
Auf der Fahrt zur Premiere des „Gotthelf – das Musical“ der Thunerseespiele, wurde ich von einem heftigen Regensturm erfasst. In der Hoffnung, dass der Regen so schnell wie möglich wieder aufhören und das Musical nicht abgesagt wird, kam ich am Ziel an. Da passierte ein Wunder: die Sonne rückte langsam wieder hervor. Von weitem erfasste mich die Atmosphäre der Musical-Aufführung: In der Mitte des Thunersees, zwischen den Bergen und der herrlichen grünen Landschaft, befand sich der aufgestellte Musical-Park. Angekommen am Eingang erschien weiter links der Stand für die Medienpresse. Ich durfte mich kurz im Cocktail-Zelt mit exquisiten Häppchen und mit feinen Getränken verpflegen.
Dann geht es los: Ueli Schmocker, der Generalintendant, führt die Presse mit seiner lustigen und witzigen Art zur Seebühne, vorbei am Foyer, in der sich die Schauspieler angespannt und aufgeregt auf die Aufführung fertigmachen. Und vor uns ist sie: die mit 600 Tonnen Holz angelegte, runde und offene Seebühne, um die das Publikum in einem Halbkreis herumsitzt und von überall ein guten Blick auf das Geschehen hat. Ueli Schmocker teilt uns mit, dass es das teuerste Bühnenbild ist, welches sie je gehabt haben. Das lässt uns nicht wundern: Andreas Stucki, der Hauptinitiant von „Gotthelf – das Musical“, hatte uns im Interview erzählt, dass das ganze Musical-Konzept, sie CHF 10.8 Mio. gekostet hat. Das wird sich aber sicher wohl rentieren: ich empfehle es jedem, mit einer wunderbaren Aussicht auf den Thunersee, diese einmalige Ensemble und natürlich das erste Musical mit einem Happy-End zu erleben. 500 Probestunden liegen hinter den Schauspielern; und das noch mit den schweren Militärschuhen, an welchen, damit sie auf der Bühne nicht ausrutschen, eine spezielle Sohle angebracht wurde. Zum Premierstart wurden rund 60‘000 Tickets bereits verkauft und die Zuschauer erwartet eine siebenwöchige Spielzeit. Die Seebühne wird während der Aufführung mehrmals mit Wispeln nach oben gestossen. Vor der Bühne befindet sich ein verglastes Orchester; jedes Instrument wurde abgenommen und durchmischt. Einfach faszinierend. Ueli Schmocker verrät uns noch, dass ein Schauspieler in den kalten Thunersee springen wird. Wir lassen uns überraschen.
Der Rundgang mit Ueli Schmocker findet das Ende und nun haben wir noch eine Stunde Zeit, den grossen „Musical-Park“ zu beschnuppern. Es gibt so viele Stände; die Meisten sind mit grossen Menschmengen überfüllt. Und immer mehr Zuschauer betreten den Park. Ich empfehle nur, geht so früh wie möglich, damit ihr vor der hervorragenden Aufführung, die Ambiente in der wunderschönen Gegend geniessen könnt, obwohl man nie davon genug bekommen wird…
| < Zurück | Weiter > |
|---|
