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Fernlicht aufs Westend - „Million Dollar Quartet“ – eine elektrisierende Show

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Zurzeit läuft am Broadway und am Noel Coward Theater in London das Musical „Million Dollar Quartet“, welches bei den Tony Awards 2010 den Preis für den besten Nebendarsteller erhielt. Das „Million Dollar Quartet“ ist ein Musik-Musical, d.h., der Inhalt ist die Geschichte einer bestimmten Musik, wobei es gleichzeitig ein Kompilation oder Due Box-Musical ist, d.h., eine bestimmte Musik wiedergibt.

Mehr und mehr haben die Musik-Musicals die Funktion,  retrospektisch, auch den jüngeren Zuschauern, einen Musikstil im Rahmen eines Musicals näher zu bringen.

Das „Million Dollar Quartet“ zeichnet sich deshalb in erster Linie durch die Rockmusik der 50er und 60er Jahre aus. Die Geschichte und dies ist auch musicalmässig das Manko der Show, ohne das schnell erzählt ist. Es geht um den Tag des 5. Dezember 1956, in welchem während mehreren Stunden eine Rocksession mit den Berühmtheiten Elvis Presley, Johnny Cash, Jerry Lee Lewis und Carl Perkins, die mehrheitlich am Anfang ihrer Karriere standen, stattfand; heute allesamt Mitglieder der Rock`n`Roll halle of Fame kommen durch Sam Phillips mehr oder weniger zufällig in Memphis zusammen. Sam Philips hat allesamt entdeckt und muss im Rahmen der Geschichte des Musicals erleben, wie die grossen Plattenkonzerne fast alle abwerben. Das Ganze ist historisch belegt und gilt als Sternstunde des Rock`n`Rolls. Legenden winden sich diese wenigen Stunden, die Session heisst mit anderem Namen Sunsession oder eben „Million Dollar Quartet“; was damit gemeint ist, ist nicht so ganz klar. Einerseits kann darunter verstanden werden, das Geld, welches dem Entdecker Sam Phillips durch die berühmten Musikkonzerne abhandenkam oder andererseits auch die Tatsache, dass „dreiundeinhalb“ Megastars ein einziges Mal zusammen musizierten. Das Ganze erinnert an Rat Pack mit Dean Martin, Sammy Davis und Frank Sinatra, wobei diese Show um gleich besser ist;  was die Darsteller hier bieten, ist musikalisch, schauspielerisch und gesangerisch absolut perfekt. Am Schluss tanzt das ganze Publikum wie verrückt; inklusiv die Platzanweiser, welche aus dem Häuschen waren. Ich hatte einzig das Problem, dass ich zuvorderst auf dem Balkon stand und Angst hatte bei der „standing ovation“ schlichtweg herunter zu stürzen. Alles in Allem hätte sich so ein Balkonsturz bei der Qualität des Musicals „fast“ gelohnt. Aber keine Angst, ich lebe noch und werde weiter berichten, alsbald im Sommerloch von den Musical-Triumphen am Broadway.

 

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