Musical Memphis – Wow!
Im Jahre 2010 erhielt das Musical »Memphis« den Tony Award als bestes Musical. Wenn man in eine solche Show geht, sind die Erwartungen deshalb extrem hoch und man befürchtet, man sei am Schluss enttäuscht. So begab ich mich an dieses Musical und kann jetzt nur lapidar feststellen: dieser Preis war mehr als verdient.

Wählen wir die passende Schublade für »Memphis« aus, ist es einerseits ein Musik-Musical, d.h. die Geschichte einer bestimmten Musikgattung wird miterzählt, andererseits ist es eines von verschiedenen Segregations-Musicals. In diesem wird - wie beispielsweise auch im Musical »Hairspray« - die Rassentrennung zwischen Schwarz und Weiss, sowie deren Überwindung mit Hilfe der Musik thematisiert.
In »Memphis« geht es auch um eine Liebesgeschichte im Stil von »Romeo & Julia«, wobei die Familien Montague und Capulet durch Schwarze und Weisse ersetzt werden.
Der Cast ist unglaublich, aber wahr. Die männliche Hauptrolle wird von einer brillanten Zweitbesetzung wiedergegeben. Man kann sich gar nicht vorstellen, wie gut die Erstbesetzung sein muss. Ich habe mir lange überlegt, welchen Titel ich dieser Kritik geben soll. Ich dachte an »Memphis« als das bessere Musical wie Chicago, welches ja auch nach einer Stadt benannt ist. Im zweiten Teil erwischte ich mich aber wieder, wie ich immer wieder »wow« murmelte.

Neben mir sass zufällig ein Schweizer Professor, der sich mit Jazz auskennt. Auch er, mit Namen Ueli, war hell begeistert. Eine derart perfekte Performance der Darsteller ist einzigartig. Die Geschichte ist sehr berührend; erheblich stärker als bei den anderen Musik-Musicals »FELA!« und »Million Dollar Quartet«.
Ein Musical ist dann gut, wenn die Besucher am Ende vor sich hinlächelnd herauskommen oder zutiefst betroffen sind. Letzteres traf hier zu. »Memphis« tut mehr für die Überwindung der Rassenschranken als die meisten Politiker. Spontan denkt man auch an den US-Präsidenten Barack Obama – »Memphis« ist besser!
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