Es war einmal ein „kleiner“ Musical-Chefredaktor von einer „Möchtegern!“ grossen Musical Plattform. Er wollte unbedingt, dass gemäss Presse, beste Musical des Jahrhunderts „The Book of Mormon“ am Broadway anschauen. Wie alle Journalisten war er nicht willig, dafür zu zahlen; es ist tatsächlich so, dass Journalisten, wenn sie sich akkreditieren, dafür nichts „blechen“ müssen. Fein säuberlich stellte er drei Wochen vor der Show im „bernischen“ Tempo ein Akkreditierungsgesuch und begann zu warten. Er wartete, wartete und wartete…
Nach zehn Tagen begann er über die „blöden“ Amerikaner zu fluchen, die am starken Franken usw. schuld seien. Alle anderen Shows antworteten brav und stellten ihm Tickets zur Verfügung. Vor neun Tagen wurde es selbst einem Berner zu bunt und er begann die Broadway-Show mit Telefonen zu terrorisieren. Die Amerikaner terrorisierten zurück, indem sie nicht antworteten. Vor fünf Tagen kam dann die Antwort, der Antrag sei zu spät, es gebe generell keine Tickets mehr und die Show sei im Übrigen das ganze Jahr ausgebucht. Da begann der kleine Musical-Chefredaktor zu lachen und meinte „so en Seich“, das haben sie mir schon vor zwanzig Jahren bei „Chorus Line“ gesagt. Selbstverständlich gelte dieser Blödsinn nicht für ihn.
Vor drei Tagen lächelte er dann erheblich weniger. Es gab keine Tickets auf dem Markt. Dies, obwohl er jedem, der es nicht hören wollte, erzählte, wie wichtig er und sein Musicalmagazin sei; blablabla. Die Antwort kam immer genau gleich und war nicht gnädig und hiess „no tickets“. Man legte ihm nahe, er solle am Tag der Show am Morgen um acht Uhr zwei Stunden anstehen; er habe 3,5 % Chancen, doch noch eines von den nicht abgeholten Tickets zu kriegen. Am besten schlafe er die vorherige Nacht vor dem Ticketcorner. Im Weiteren habe er noch die Möglichkeit sich unmittelbar vor der Show an einer Lotterie zu beteiligen. Dort habe er sogar 1,23 % Chancen, um doch noch ein Ticket für nur 37 Dollar zu bekommen. Der kleine Chefredaktor war total frustriert. Doch dann geschah ein Wunder. Im letzten Moment erhielt er von Frau Albert, welche bei American Express im Concierge Service arbeitet, doch noch leicht überteuerte Tickets. Von der Show berichten wir demnächst „in diesem Theater“.
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