Am Mittwoch musste ich überraschend geschäftlich nach London und hatte tatsächlich eigentlich keinen Plan und keine Zeit ein Musical anzuschauen
Apropos Fliegen: in Zürich war auch ein blinder Passagier in Form einer Fliege an Board gegangen und landete dann plötzlich in einer ganz anderen Welt. Sie hatte dafür nicht einmal einen Preis bezahlt.
Apropos Preis: «Wicked», das ich mir dann anschaute, gewann folgende Preise: Tony Award 2004, Drama Desk Awards 2004, Outer Critics Circle Awards 2004, Drama League Awards 2004, Eddy Awards 2004, Grammy Awards 2005, Helen Hayes Awards 2006, Jefferson Awards 2006, Touring Broadway Awards 2006 und den Radio Regenbogen Award 2006. Merke: «Wicked» ging bei den Laurence Oliver Awards 2007 – dem bedeutendsten, englischen Preis – völlig leer aus. Dennoch ist es als Gesamtpaket zu Recht ein Riesenhit mit insgesamt wohl über 10'000 Vorstellungen und gehört zweifellos in die «Championsleague» derartiger Produktionen. Schliesslich läuft es in London seit 2007.
Apropos 2007: damals gewann den Laurence Oliver Awards für das beste Musical «Avenue Q». Ich hatte mit meiner Familie beide Produktionen gesehen – für mich war und ist «Wicked» viel besser, ehrlich «geschrieben». Ich kann mich zwar nicht mehr an die Handlung erinnern. Ich weiss aber, dass wir alle von «Wicked» «weg und hin» waren. Deshalb bin ich bis heute «Avenue Q» nicht grün und nehme es dem Musical persönlich, dass es «Wicked» die Preise wegschnappte.
Apropos grün: die Geschichte «der grünen Hexe» nach dem Buch von Gregory Meguire von 1900 hat Tiefgang. Es geht um gut und böse («Wicked»), da fallen Sätze wie «Ich lüge nicht, ich sehe es einfach aus einem anderen Blickwinkel» oder «Die Wahrheit sind nicht Zahlen und Fakten, sondern das, was alle wahr haben möchten». Es stellt auch die Frage: «Kann man sich in eine schöne Frau mit grüner Hautfarbe verlieben – die Story bejaht dies – erinnert an die Unterdrückung der Tiere durch ein totalitäres Regime, das Publikum vorallem die Kinder gehen mit.
Apropos Kinder: entgegen der märchenhaften Bühnenbildern, Kostümen und Figuren wendet sich das Stück an Erwachsene, das Zielpublikum beim Filmerfolg «der Zauberer von Oz» war demnach durchaus ein anderes. Dennoch extrem viele Kinder waren präsent, so wurde mir auch gesagt, die Show sei deshalb «bumsvoll», weil in England noch Schulferien sind. Ich besuchte die Matinée, diese beginnt in London um 14.30 Uhr, Zufall?
Apropos Zufall: Es war wohl keiner, dass ich - ähnlich der Fliege - ungeplant auch dieses Mal in einem extrem empfehlenswerten Musical landete.
| < Zurück | Weiter > |
|---|
