Die Plätze für ‚Rebecca’ sind noch über Monate ausverkauft, schon bringt das Theater St. Gallen mit ‚Chicago’ die nächste grosse Musicalproduktion auf die Bühne.
Mit Tusch und Trommelwirbel kündigt der Conférencier ein Stück über Mord, Habgier, Korruption, Gewalt, Ausbeutung, Ehebruch und Verrat an. All dies sollte sich im Verlaufe des Stücks bewahrheiten, doch noch bevor die Handlung einsetzt, wird das St. Galler Publikum zurückversetzt ins Chicago der Goldenen Zwanziger, als sowohl das Unterhaltungstheater als auch die Kriminalität ihre Blütezeit erlebten und Mord als eine Form der Unterhaltung galt. Nicht nur der Conférencier, ausgestattet mit einem schwarz-weissen Kostüm und riesigem Zylinder, wurde diesen bekannten Vaudeville-Shows entnommen, sondern das ganze Stück steht im Zeichen der varieté-shows, in denen dem Publikum mit Tanz, Theater, Zauberkünstlern und Akrobatik ein Spektakel der Extraklasse geboten wurde. Auch im Musical überstrahlen Glanz und Glamour die wahren Begebenheiten. Wichtig ist nicht Schuld und Sühne, sondern die Inszenierung derselben - oder wie es der schmierige Anwalt Flynn ausdrücken würde: mach doch ein bisschen Hokuspokus!


