
Zum zweiten Mal innert wenigen Monaten habe ich Marco Rima's Show "Time Out" angeschaut. Eigentlich ein "No Go".
Bei Marco Rima eben nicht, ich habe bei der aktualisierten Show noch mehr gelacht und das Publikum hat noch euphorischer geklatscht.
Er ist eben ein erfolgreicher Tausendsassa, ein "Marco Dampf" in allen Gassen. Er interpretiert äusserst komisch von "geboren" bis "gestorben", von Scheidung bis Kirche, alles sehr überzeugend.
Auch 2009 bereichert er die Schweizer Tournee des "Zelt". Bis am 25. April ist Rima noch in Zürich zu sehen, danach in Aarau und Basel. Heisser Tipp: Nicht verpassen!
Über die weitere Zukunft sprach Daniel Fischer mit ihm.
Daniel Fischer: Marco, du warst lange in Deutschland, hast dort deine Karriere gemacht. Ist es jetzt anders, wenn du in der Schweiz auftrittst?
Marco Rima: Ja, ich glaube die Deutschen sind sehr erstaunt, wie schnell wir Schweizer reden können. Gerade als ich dort auf Tournee war, mussten sich alle in den ersten 20 Minuten daran gewöhnen, dass ein Schweizer relativ schnell spricht. Aber sonst unterscheidet sich der Humor nicht, weil ich ja Programme schreibe, die über menschliche Befindlichkeiten erzählen. Da erzähle ich aus dem alltäglichen Leben. Und das alltägliche Leben eines Schwaben - meine Frau ist auch Schwabin - ist nicht anders als das unsere. Es ist aber sehr schön zu Hause spielen zu dürfen und hier zu sein. Die Anfahrtswege sind kürzer und man ist wieder schnell zu Hause im Bett.
Daniel Fischer: Du hast gesagt, du berichtest über den Alltag. Du bist eher nicht politisch oder bist du politisch, indem du es nicht bist?
Marco Rima: Ich bin eben sehr politisch und ich glaube, da ich nicht politisch wirke und nur Befindlichkeiten spiele, schätzen mich die Leute nicht so politisch ein, wie ich wirklich bin. Ab und zu lass ich etwas sausen. Dass ich ein gespaltenes Verhältnis zur katholischen Kirche habe, merkt man in diesem Programm "Time Out" sehr gut, da ich hier immer wieder etwas rein flechte.

Daniel Fischer: Für dich ist Politik auch Kritik?
Marco Rima: Alleine die Tatsache, dass die katholische Kirche im Jahre 2007 in den USA über 1. Mio. als Wiedergutmachung wegen Missbrauch bezahlt hat, ist eine Tatsache die unter die Gürtellinie schlägt. Je nachdem, rege ich natürlich den einen oder den anderen ziemlich auf, da er das nicht hören will.
Daniel Fischer: Ich habe gehört, dass du, welcher den Erfolg der Schweizer Musicals wesentlich geprägt hat, an einem neuen Schweizer Musical arbeitest, das im März 2010 erscheinen soll. Stimmt das?
Marco Rima: Richtig, wir arbeiten an einem Stück, "Die Patienten". Vier junge Menschen, welche in ein Sanatorium gesteckt werden, entdecken gemeinsam Ihre Liebe zur Musik – und das verändert ihr Leben! Mit viel Witz und Musik - verpackt in ein multimediales Spektakel - wird so, frisch, frech und überraschend die Geschichte dieser Menschen erzählt.
Daniel Fischer: Das hört sich sehr optimistisch an. Hast du noch andere Zukunftspläne?
Marco Rima: Wir waren gestern noch beim BAK und haben unseren Film vorgestellt. Wenn wir die Unterstützung bekommen und alles klappt, werden wir vielleicht im Sommer einen Film drehen mit dem Namen "Liebling lass uns scheiden"
Wenn das klappt, würde mich das sehr freuen! Auch hoffe ich, dass im November 09 der Eishockeyfilm "Champions“, den ich letztes Jahr gedreht habe, in die Kinos kommen wird.

Daniel Fischer: Machst du auch wieder Comedy in Deutschland oder in der Schweiz?
Maco Rima: Ich habe letzte Jahr einen kurzen Ausflug zu Sat1 gemacht. Meine sechs Folgen der „Marco Rima Show“ liefen besser als man immer gesagt hat, aber der Sender setzt teilweise halt auf ihre altbekannten Leute.
Deutschland wird aber für mich immer ein Thema sein. In der Schweiz werde ich wie erwähnt im nächsten Jahr mit dem Musical unterwegs sein. Ich hoffe sehr, dass man auch da über mich lachen kann, denn ich werde eine ziemlich abgedrehte Figur spielen... Des weitern feiere ich bald mein 30 jähriges Bühnen Jubliäum und das möchte ich zusammen mit meinem Comedy-Publikum tun – lassen sie sich bei diesem geplanten Comedy Spektakel überraschen!
Daniel Fischer: Und in Österreich?

Marco Rima: In Österreich würde ich sehr gerne auch spielen, natürlich auch mit meinen eigenen Programmen.
Wir Danken Marco Rima für das Gespräch.
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