Am 9. Mai genoss ich die neue Show von Marco Rima „humor sapiens“ in der Stadthalle Bülach. Seiner Zeit floppte in dieser Location das Musical „Storm“ und musste vorzeitig die Aufführungen einstellen, weil schlichtweg zu wenig Leute kamen. Aus dieser Sicht ist die Wahl dieser Location durchaus gewagt. Für Marco Rima ist es aber kein Risiko, denn er hat eine treue Fanbase, die ihn wohl auch nach Sibiriern begleiten würde. Apropos, so schlecht ist Bülach sicher nicht. Es gibt sogar knapp vor der Stadthalle noch eine Menge Parkplätze und sie ist wohl sicher nicht so teuer.

Marco Rima ist ein „Hansdampf in allen Gassen“. Er singt, macht Faxen, tanzt wie ein Verrückter auf der Bühne herum und sorgt immer wieder für einmalige Pointen. Eins muss man schon feststellen, Marco hat in Sachen Rundungen schon was getan oder auf simple berndeutsch „dä chäib hät zuegnoh“. Das Ganze ist eine dreissigjährige Jubiläumsshow, so lange steht Rima bereits auf der Bühne. Besonders hat mich gefreut, als er zu Beginn das Statement abgab, er stehe schon dreissig Jahre im Scheinwerfer, ich schätzte die ungewollte Reminiszenz an unser Magazin.
Marco Rima ist einfach spontan. Er verfolgt das Weltgeschehen laufend und verarbeitet es spielerisch. Da kam Natalie Rickli vor, der neue französische Präsident Hollande, die Erweiterung der schweizerischen Tierwelt der Puma wurde thematisiert. Marco Rima wurde von einer überzeugenden Band begleitet. Speziell befasste er sich mit der Einwanderungswelle der Deutschen in die Schweiz. Anhand seiner deutschen Frau versuchte er die Wesensunterschiede darzustellen. Gleichzeitig lüftete er das Geheimnis, wieso die schweizerische Fussballnationalmannschaft nicht erfolgreich ist. Die hätten einen deutschen Trainer und wenn ein solcher dem Schweizer sagt, schiess aufs Tor, machen die das nicht, wir lassen uns doch von Deutschen nicht rumkommandieren. Neckisch fand ich die Aufforderung an einen Mitstreiter, er sagte zu ihm „singe mer eis“ darauf sangen sie zusammen das Wort eis.
Marco Rima nimmt vor allem sein Gesundheitsstand pausenlos und sein Älterwerden sympathisch auf die „Schippe“. Festgehalten werden muss, dass die Pointen unterschiedlicher Natur und Klasse waren. Manchmal waren sie wirklich unter der Gürtellinie, gesucht und dem von mir verehrten Marco Rima nicht ganz würdig. Wenn er sich dann insbesondere dem Thema Frauen annahm, dem Dauerbrenner deutschen Komitees war er aber dennoch von hohem Niveau. Marco Rima hat mit seinen letzten Projekten nicht gerade die verdienten und gewünschten Erfolge gehabt. Allen sei gesagt, diese Show ist es wert, Marco Rima ist back und ist sogar in Bülach sehenswert. Rima war prima.
NächsteSpieldaten: http://www.marcorima.ch/humorsapiens/termine/termine-humor-sapiens-marco-rima-schweiz.html
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