An Auffahrt erlebte ich die Abendvorstellung unseres nationalen Zirkus Knie. Die Vorstellung wurde mit dem Titel versehen „passion“; nun „passion“ ist ein grosses Wort und zumindest mich hat sie nicht ganz erreicht, aber der Zirkus Knie ist einfach „Qualität“. Er hat in den letzten Jahren ein sehr hohes Niveau erreicht und hält daran stetig fest. Eine Knie-Vorstellung kann fast nicht schlecht sein. Es stellt sich eigentlich nur die Frage, ob sie aussergewöhnlich ist. Darüber sollten sie sich selbst ein Urteil bilden. Was mich immer wieder bei diesem Zirkus fasziniert, ist die Geschwindigkeit des Ablaufs. Eine Nummer nach der anderen, Schlag auf Schlag; man hält anstandslos den Atem an.

Lassen sie mich zwei Nummern herausgreifen. Zum einen das Jonglieren, die entsprechende Darbietung von Semeon Krachinov zeichnet sich durch balletthafte Elemente sowie die Geschwindigkeit aus. Ich konnte deshalb nicht herausfinden, wie hoch sein Niveau effektiv war. Gegenwärtig ist der Weltrekord des Jonglierens 23-mal hintereinander zehn Bälle zu fangen bzw. das Jonglieren von 9 Bällen während 24 Sekunden. Derart gut war der Künstler nicht, aber für einige „wows“ gut genug.

Einmalig sind immer die Elefanten- und Pferdenummern des Zirkus Knie. Ich hoffe, dass ich meine Kinder zumindest nächstes Jahr in den Zirkus zu gehen, umstimmen kann, denn sobald das Thema aufgegriffen wird, kommt gleich der Vorwurf „Tierli quäle“. Diesen Vorhalt kann man aber dem Zirkus Knie aus meiner Sicht nicht machen. Frappant ist bei den Tiernummern die Schönheit der Bilder. Im Zirkuslicht die Schimmel, die Rappen sowie die schwarz-weiss-gescheckte Pferde in verschiedenen Bildnern auftreten zu lassen, ist neben dem Künstlerischen, ästhetisch einfach nur schön. Das die Elefantennummern von Knie Sonderklasse sind, wird nicht bezweifelt.
Zebras in die Nummern einzubauen, ist sowohl ästhetisch als auch künstlerisch eine Herausforderung. Noch ein Wort zu den Zirkuspferden. Wussten Sie, dass ein einziges Pferd leicht ausgebildet ab EUR 25'000.-- gegen oben kostet? Da versammelten sich mit anderen Worten mehrere hunderttausend Franken in der Manege. Wirklich intelligent trat da auch wie immer die jüngste Generation der Knies in Erscheinung Letztlich verlässt man den Abend mit dem Gedanken - Knie bleibt Knie -.
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