Beat Schlatter ist wieder auf Tour. Und er ist nicht allein. Es begleitet ihn die Komödiantin Anet Corti und eine recht "schwergewichtige" Sängerinnen-Truppe mit viel klassischem Feeling in der Stimme, nämlich "The White-Chocolate Sisters".
Gegenwärtig wird die Show im "Weissen Wind" in Zürich bis und mit 16. Mai aufgeführt, danach kann man sie in Zug, Winterthur, Solothurn, Bern, Baden, Basel, Luzern bis im Dezember erleben.
Bingo Show ist eine originelle Idee, darauf beruhend, dass es zwei Personen gibt, die mit dem gesamten Publikum Bingo um originelle Preise spielen, verstärkt durch ein "singendes Preiskomitee". Die Bingo Show wäre ohne die Basler Komödiantin Anet Corti nicht gleichwertig, welche die Assistentin des Bingo-Chefs Blatter gibt. Man kann es nicht ganz verheimlichen, die Baslerin stiehlt Beat Schlatter ein bisschen die Show. Obwohl nur Assistentin überrascht sie mit ihrer Professionalität und Spontaneität, was dazu führt, dass man von Beat Schlatter eigentlich ein bisschen mehr erwarten würde. Beat Schlatter sei aber zugestanden, dass die Konzeption seiner Show nicht darauf hinausläuft, dass er der "starke, überzeugende" Darsteller ist, er lässt Anet Corti gewähren, was selbst Zeichen seiner Stärke ist.
Am Anfang fragt man sich, kann man zwei Stunden einen Bingo-Abend veranstalten mit mitspielenden Zuschauern bzw. genügt dieses Konzept für zwei Stunden? Die Antwort heisst "Jein". Obwohl die Idee wirklich optimiert ist, bleibt sie doch letztlich überreizt. Kollektives Spielen mit dem Publikum, das wirklich teilnimmt, das versucht, ein Bingo zu erzielen, ist durchaus gelungen. Wo sieht man schon, dass ein Publikum während zwei Stunden teilweise aktiv und passiv mit den Komödianten "herumalbert"? Die Dramaturgie der Show führt dazu, dass man nicht wirklich gelangweilt ist. So werden Filmaufnahmen in die Show integriert, gibt es immer wieder musikalische Leckerbissen von drei Sängerinnen, die sich "The White Chocolate Sisters" nennen, einmal werden sie auch die "Weight Watchers Sisters" genannt, was fast glaubwürdiger wirkt. Stars sind sicherlich die verschiedenen Gewinner, die mehr oder minder mitmachen und ernstgemeinte Preise entgegennehmen können. Bis jetzt ist mir nicht klar, sind sie real oder nicht.
Die Solchen sind vielfältig. So kann man beispielsweise ein Bratwurstessen mit dreissig Personen im "Vorderer Sternen" in Zürich gewinnen, aber nur, wenn wirklich dreissig Personen erscheinen, das Ausfüllen einer Steuererklärung durch einen Wirtschaftskriminellen, damit man sicher nicht Steuern zahlen muss, ein Arztzeugnis von einem Arzt, damit man nicht zur Arbeit gehen kann usw. Offen gestanden, das Ganze ist "leicht seicht", wer Tiefgang will, ist bei Beat Schlatter am falschen Platz.
Obwohl persönlich dem Schreibenden diese Art von Humor nicht unbedingt zusagt, kommt er nicht herum festzustellen, dass das Ganze professionell und amüsant gemacht ist.
Eine gute Show gefällt eben letztlich auch demjenigen, dessen Geschmack sie nicht entspricht, weil er das Ganze eben zu respektieren weiss und ihm bekannt ist, dass viele Andere diese Art von Humor schätzen. Dies bringen die beiden "Quizmaster" auf die Reihe. Die Bingo Show ist ein Gewinn... Zugegebenermassen widerstrebend festgestellt.
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