Gustav gastierte am Freitag, 9. Dezember 2011 im ehemaligen Kino „Royal“ in Baden, welches im letzten Jahr dank dem unermüdlichen Einsatz der IG Royal vor dem Abriss gerettet werden konnte und heute vom Verein „Kulturbetrieb Royal“ geführt wird.
Unter dem Pseudonym „Gustav“ komponiert und produziert Pascal Vonlanthen seit mehr als 12 Jahren Musik. Seitdem Gustav und sein „gecasteter“ Chor in der Sonntagsabend-TV-Show des Schweizer Fernsehens „Kampf der Chöre“ Ende November 2010 den Sieg errungen hatte, ist er landesweit bekannt für seine überraschenden Liedinterpretationen, sein Showtalent und dafür, dass er verschiedenste Instrumente spielt.
Die Erwartungen des Publikums an den TV-Star waren im Royal dementsprechend hoch, obwohl die TV-Show schon über ein Jahr her ist. Entgegen meinen Prognosen zog der gutaussehende Freiburger nicht nur weibliche Fans an; sondern ein bunt gemischtes Publikum sorgte im gut gefüllten Royal für ausgelassene Stimmung.
Zu Beginn des Konzerts scherzte Gustav, dass er seit einem Jahr zur Cervelat-Prominenz gehöre und er sich vor Anfragen von Promiblättern kaum mehr retten könne. Als „Chorleiter der Nation“ testete er zunächst die Singfreudigkeit und das Stimmvolumen des Publikums und demonstrierte Lockerungsübungen, bevor er mit seiner Band richtig loslegte.
Die siebenköpfige Band „Les Black Poets“ und er bewiesen mit ihrem Konzert zweifelsfrei, dass das Freiburgerland weit mehr zu bieten hat als nur Greyerzer Käse. Dem Publikum wurde ein Querschnitt durch seine Alben präsentiert, wobei seine grössten Hits wie „Gegen Süden (vers le sud)“ und „Bout du Monde“ nicht fehlten. Von Rock bis Reggae - Gustav und seine Musiker rissen das Publikum mit, egal mit welchem Musikgenre.
Seine musikalische Vielseitigkeit stellte Gustav eindrücklich unter Beweis: Diverse Gitarren, eine Ukulule, eine Tuba und ein Umhängekeyboard kamen zum Einsatz. Gustav erklärte ausserdem dem Publikum, dass er für jede Tour ein altes Instrument hervor nehme. Dieses Mal fiel seine Wahl auf ein Saxophon namens „Louis Robert“, mit dem er ein virtuoses Solo zum Besten gab. Dass er ein auch guter Sänger ist, erscheint bei so viel Talent beinahe selbstverständlich.
Gustav ist erfrischend: Im Gegensatz zu den Berner und Walliser Mundartmusikerinnen und -musikern singt und spricht er in einem für den Durchschnittsdeutschschweizer unbekannten Dialekt: dem Senslerdialekt aus dem Freiburgerland. Dazu kommen Lieder in Hochdeutsch und Französisch. Manch’ ein Französisch-Muffel sang freiwillig und tatkräftig die eingängigen Refrains mit. Der Nachhilfeunterricht für überlebenswichtige, umgangssprachliche Ausdrücke in Französisch wie z.B. casse-toi (= verschwinde!) war an diesem Abend auch inklusive.
„Kämpfe und Singe“ – Das Abenteuer mit der Castingshow hat sich für Gustav als Karrierekick zweifelsfrei gelohnt. Es ist ihm zu wünschen, dass er sich in den nächsten Jahren vom Image des „Chorleiters der Nation“ lösen kann und ihn die Konzertbesucher vermehrt als Musiker und Bandleader wahrnehmen. Ich bin überzeugt, dass Gustav einer erfolgreichen musikalischen Zukunft entgegenblicken kann, weil ein solch‘ vielseitig talentierter und charmanter Sänger in der Schweiz selten zu finden ist.
Mehr Informationen unter www.gustav.ch und www.royalbaden.ch
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