Die Kultrockband Guns N’Roses gastierte am 27. Juni 2012 im St. Jakob Stadion in Basel. Wer besucht heutzutage noch ein solches Konzert einer Band, deren goldene Zeiten schon längst vorbei sind? Das Publikum war – vergleichbar mit Konzerten der Rolling Stones - generationenübergreifend und buntgemischt. Obwohl von der ursprünglichen Bandbesetzung „nur“ noch das Aushängeschild Axl Rose die Bühne rockt, war das „Joggeli“ unter der Woche sehr gut gefüllt.
Den Konzertabend eröffnete eine solide Rockband namens „Quireboys“ aus England. Die Marshallwände links und rechts auf der Bühne versprachen ein Gitarrenbrett, welches von den Musikern auch geboten wurde. Die netten Boys mussten sich mit dem Schicksal jeder Vorband abfinden: Eigentlich möchte niemand ihr Songs hören, sondern jeder wartete auf die grossen und alten Hits von Guns N’Roses gesungen von Axl Rose mit der unverwechselbar krächzenden Stimme.
Kurz vor 21 Uhr legten die Rocker von Guns N’ Roses endlich los. Dem Publikum wurde das volle Programm geboten: Eine pompöse Lichtshow, fünf Leinwände mit Liveaufnahmen und Videoanimationen sowie Pyrotechnik verkürzten die Wartezeit bis zu den Megahits der Band.
Axl Rose liess das Publikum knapp eine Stunde warten bzw. sang diverse Lieder des letzten Albums „Chinese Democracy“ (2008), bis der erste grosse Hit angestimmt wurde. Der sehr gut intonierende Axl Rose, welcher in die Jahre gekommen ist, brauchte während dem Konzert jedoch gewisse Verschnaufpausen. Als „Lückenfüller“ gab es beeindruckende Gitarrensolos der Gitarristen und einen Solopart des singenden Bassisten, welcher einen netten Punkrocksong performte.
Die Pianobegleitung beim Jahrhunderthit „November Rain“ war jedoch Chefsache: Axl Rose spielte den Song gefühlvoll, sang mit seiner herzergreifenden Stimme und alle waren begeistert.
Zugegeben, den ehemaligen Saitenakkrobaten Slash habe ich überhaupt nicht vermisst, weil er durch drei geniale Gitarristen abgelöst wurde: Das Publikum durfte ein Feuerwerk dieser Ausnahmemusiker und ihren Gitarreneinlagen erleben, welche sich in ihren Rollen – sei es musikalisch oder theatralisch auf der Bühne – perfekt ergänzten. Für mich war es bald klar: Es war primär die Show der drei Gitarristen.
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