Über ein Jahr nach der Premiere von Camping Camping - der Schweinwerfer hat am 5. Mai 2011 darüber berichtet (Link einfügen) - geht das Erfolgsmusical in die zweite Runde. Das Premierepublikum im ausverkauften Theater am Hechtplatz war, nachdem das erste Sommergewitter über Zürich hinweggezogen ist, in bester (Camping-) Stimmung.

Obwohl ich mich seit Jahren dagegen wehre, wieder campieren zu gehen, d.h. sich mit schlecht geputzten WC’s zu arrangieren, die laute Hiphop-Musik vom Nachbarn auszuhalten und Nächte im undichten Zelt ausharren zu müssen, weckte diese Inszenierung wieder Lust auf unkonventionelle Ferien. Weil nirgends sind die Menschen so echt und entspannt wie auf dem Campingplatz.
Das Ensemble entführte das Publikum auf einen Camping südlich der Alpen und bot während rund 2 Stunden ein amüsantes Musicalspektakel bestehend aus vielen Clichés, sehr guten Gesangs- und Schauspieleinlagen sowie viel humoristischen Einlagen.
Als alter Gigi-Moto-Fan war ich hoch erfreut, „la Grande Dame“ mit der rauchigen Stimme auf der Bühne wiederzusehen. Die von ihr und ihrem Gigolo (Eric Hättenschwiler) gesungenen Lieder gehörten zweifelsfrei zu den Höhepunkten des Abends. Sehr beeindruckend war auch der typische Musicalgesang von Gregor Altenburger, welcher schon als Musicalstar in „Ewigi Liebi“ brillierte. Grandios waren unter anderem der Auftritt von Eric Hättenschwiler als Joe Cocker oder die Umsetzungen des ganzen Ensembles der Welthits wie „Thriller“ oder „Ich war noch niemals in New York“. Die Truppe scheute es nicht, auch Opernstücke aus der „Carmina Burana“ überzeugend zum Besten zu geben. Selbstverständlich durften Hits von Schweizer Künstlern, wie z.B. von Adrian Stern, nicht fehlen.
Das Erfolgsrezept von Regisseur und Konzepter Dominik Flaschka „man nehme bekannte Hits, eine amüsante Geschichte und platziere die Lieder“ scheint auch hier wieder – wie beim Musical „Ewigi Liebi“ – zu funktionieren.
Camping Camping garantiert einen unterhaltssamen und unbeschwerten Abend. Trotz der Glanzleistungen des Ensembles und der Band liess sich das Zürcher Publikum nicht von den Stühlen reissen. Jedoch den tosenden Applaus müsste man bis ins Restaurant Terrasse gehört haben....
Weitere Vorstellungen bis zum 23. Juni 2012 unter http://www.theaterhechtplatz.ch/kalender.html.
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