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Reifen, Cash & Pannen im Zürcher Theater am Hechtplatz

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WAM ist kein Frigidaire...

und Reifen, Cash & Pannen kein Theaterstück auf hohem Niveau. Seit 30. Dezember 2009 bis und mit 28. Februar dieses Jahres spielt Walter Andreas Müller im Stück "Reifen, Cash & Pannen" im Zürcher Theater am Hechtplatz. Von hier soll die Produktion den Siegeszug in die ganze Schweiz antreten.

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Was in aller Welt hat ein Frigidaire mit WAM zu tun? Vielmehr als Sie meinen. "Frigidaire" war die Firma, die den Eisschrank erfand. Als sie das Produkt patentrechtlich schützen wollte, war dies nicht möglich, weil es bereits zu einem allgemeinen Begriff für Eisschrank geworden war. Ganz ähnlich geht es mir mit den drei Buchstaben W-A-M. "WAM" ist zwischenzeitlich eine Marke für eine ganz spezielle Art von Komik, von Parodie und Imitation. Das sei vorweggenommen, es ist eine erstklassige Marke.

Walter Andreas Müller spielt verschiedene Facetten seines Wesen aus, verschiedene bekannte von seit Jahren parodierte Figuren wie Ernst Sieber, Gilbert Gress, Hausi Leutenegger, Kurt Aeschbacher und Tina Turner; und er macht das unvergleichlich gut. Die Darstellung dieser Figuren ist manchmal besser, als das Original selbst. Er gibt aber nicht nur die von ihm seit Jahren parodierten Personen zum Besten, sondern dringt auch in die Facetten ihrer Persönlichkeit ein. Es muss und darf gelacht werden, aber...

Mein Nachbar meinte, das Ganze sei super, auf tiefem Niveau. Damit hat er nicht gerade Unrecht. Das Theaterstück, welches von Kamil Krejči stammt, ist nicht mehr und nicht weniger als ein Gefäss indem der Schauspieler und Komödiant Walter Andreas Müller wirken kann. Die Geschichte ist seichte Boulevard-Kost teilweise mit recht witzigen Texten, einen bleibenden Wert hat das Ganze nicht. Es erinnert an die ersten Musicals, die nur dazu dienten, schönen Liedern einen Rahmen zu geben, die Geschichte wurde dann vergessen. Genauso ist es hier. Es ist eine Rahmenhandlung für einen wunderbaren Künstler, nämlich Walter Andreas Müller.

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Walter Andreas Müller erinnert an Grössen wie ein Willy Millowitsch, eine schauspielerische Figur, die alles dominiert, aber... Der Stern von WAM leuchtet, er überstrahlt durchaus nicht die sehr schönen Nebenrollen, er gibt diesen durchaus ihre Show und lässt sie brillieren. Da wäre einmal Daniel Bill als Berner Garagist "René Stahel". Er interpretiert diese Rolle stark und überspielt sie, damit gelacht werden kann. Er ist klar eine Empfehlung für andere solche Rollen. "Jessica Baumann", Fusspflegerin, wird gegeben von Tamara Cantieni. Habe ich mir das eingebildet oder ist das wirklich so? Als sie den Schlussapplaus abholte wurde ein bisschen mehr geklatscht. Es ist meines Erachtens so, dass sie eine wunderbare Jessica gab, urkomisch und kantig. Sie war die Inkarnation eines permanenten Lachers.

Nicht ganz gleiche Klasse wie die beiden Vorgenannten waren Gabor Nemeth als "Martin Leutwiler" und Brigitte Schmidlin als "Chrissi Stahel". Dennoch, das Stück ist ausgesprochen gut besetzt.

Die textlichen Verrenkungen seien hervorgehoben, wie zum Beispiel die Liebesgeschichte von Romeo und Julia, wobei anstelle des Balkons eine Terrasse vorkommt und statt einer Nachtigall zwei Wellensittiche eine Rolle spielen.

Gelungen ist auch die immer wieder stattfindende Interpretation des plattitüdenhaften Satzes "Es ist nicht so wie es aussieht, ich kann alles erklären." Diese Kritik ist hingegen genauso wie sie aussieht.

Walter Andreas Müller bietet einen phänomenal komischen Abend, den man auf jeden Fall empfehlen kann. Nur, erwarten Sie kein grosses Theater. Hier sind die Schauspieler wesentlich wichtiger als das Drehbuch.

 

Mit Daniel Bill, Tamara Cantieni, Gabor Nemeth, Brigitte Schmidlin und Walter Andreas Müller

Regie und Buch: Kamil Krejčί Bühnenbild: Reto Wick Kostüme: Kathrin Kündig Maske: Atop, Toni Oeterli & Jrene Spahr

 

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