Standort: Start Theater Medienmitteilung / Vorschau L'italiana in Algeri im Theater Biel-Solothurn

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L'italiana in Algeri im Theater Biel-Solothurn

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logo_so_bielNach dem Publikums- und Kritikererfolg mit dem blutrünstig-tragischen Stück «Macbeth» im ‚Palace' kommt zum Saisonschluss nun eine durchaus unbeschwerte Oper auf die Bieler Bühne. Mit Gioachino Rossinis Buffastück «L'italiana in Algeri», vor bald 200 Jahren in Venedig uraufgeführt, klingt die Opernspielzeit beschwingt aus. Der Theater Biel Solothurn setzt damit nach «Otello» (08/09) und «Tancredi» (09/10) seine Reihe mit Rossini-Opern fort.

«Die Italienerin in Algier», eine Nummernoper mit Secco-Rezitativen, die um 1810, also zur Zeit ihrer Entstehung, in Algier spielt, entspricht der damaligen Begeisterung für den Orient, für den geheimnisvollen arabischen Raum. Die Handlung soll auf die wahre Begebenheit mit der Mailänderin Antonietta Frapolli zurückgehen, die 1808 aus der Gefangenschaft des Beys von Algier wieder in ihre Heimat zurückkehren konnte.

Die «Italienerin» ist Rossinis erste abendfüllende Buffa-Oper. Sie lebt vom spannungsvollen Wechsel zwischen sarkastischem Scherz und zarter Empfindsamkeit. Das Hin und Her zwischen diesen beiden Polen verkörpert Isabella, eine der eigenwilligsten Frauengestalten der Oper der Zeit, und eine Paraderolle für jede Koloratur-Mezzosopranistin.

In der anspruchsvollen Titelrolle als feurige Italienerin ist Ensemblemitglied Violetta Radomirska zu hören, der es nicht zuletzt mit körperlichem Einsatz gelingt, das andere Geschlecht um den Finger zu wickeln. Am Pult steht der Bieler Kapellmeister Harald Siegel, für die Inszenierung zeichnet Theaterdirektor Beat Wyrsch verantwortlich. Michele Govi, der stimmgewaltige Macbeth, singt den leicht zu übertölpelnden Mustafà, und Rosa Elvira Sierra ist seine gewitzte Gattin Elvira.

Als Rossini nach seinem Erfolg mit «Tancredi» im April 1813 nach Venedig zurückkehrte, erhielt er den Auftrag, bereits bis Ende Mai eine neue Oper zu abzuliefern. Der 21-jährige Komponist schaffte es tatsächlich, die Oper innerhalb von vier Wochen zu schreiben und einzustudieren. «L'italiana in Algeri» erlebte eine triumphale Uraufführung in Venedig.

 

Das Stück
Mustafa, der Bey von Algier, ist seiner Frau Elvira überdrüssig. Er beauftragt seinen Vertrauten Haly, ihm eine temperamentvolle Italienerin zu finden. Elvira soll er mit seinem italienischen Sklaven Lindoro verheiraten. Dieser ist jedoch nicht begeistert, ist er doch in Isabella verliebt.

Isabella, die ihrerseits Lindoro liebt, hat sich zusammen mit ihrem in sie verliebten Begleiter Taddeo längst auf die Suche nach Lindoro gemacht. Ihr Schiff ist soeben vor der Küste Algeriens eingelaufen. Haly ergreift die Gelegenheit, den Befehl seines Herren auszuführen. Taddeo gelingt es, bei Isabella zu bleiben, weil er sich als ihr Onkel ausgibt.

Um Elvira loszuwerden, verspricht Mustafa Lindoro, ihn nach Italien ausreisen zu lassen, wenn er Elvira zur Frau nimmt. Zum Schein willigen er und Elvira ein. Isabella trifft am Hof des Bey ein, der sofort von ihr hingerissen ist. Lindoro kommt mit Elvira hinzu, um Abschied zu nehmen. Geistesgegenwärtig fordert Isabella Mustafa auf, Lindoro und Elvira in Algier zu behalten, wenn er auf ihre Gunst Wert lege.

Zu Beginn des zweiten Akts ist Mustafa der schönen Isabella völlig verfallen. Diese liebt immer noch Lindoro, der sie leicht davon überzeugen konnte, dass er ihr immer noch treu ist. Sie beschliessen, zusammen zu fliehen. Um Isabella für sich einzunehmen, ernennt Mustafa ihren ‚Onkel' Taddeo zu seinem Stellvertreter.

Mustafa, Taddeo und Lindoro beobachten Isabella, die sich für Ihren Liebsten schön machen will, heimlich bei der Toilette. Jeder der drei bildet sich ein, er sei gemeint. Mustafa schickt Lindoro zu Isabella, um sie zu holen und instruiert Taddeo, ihn mit Isabella allein zu lassen, sobald er niest.

Isabella verspricht Mustafa, ihn zu lieben, wenn er sich, wie es in Italien üblich sei, zum Pappataci machen lasse. Das sei nicht weiter schwer, denn ein Pappataci habe nichts weiter zu tun, als zu essen, zu trinken und zu schlafen.

Zum Dank für die Ernennung zum Pappataci lässt Mustafa alle italienischen Sklaven frei. Er muss schwören, bei der Zeremonie zur Aufnahme in den Stand der Pappataci ein reiches Mahl zu verzehren und dabei nicht auf das zu achten, was um ihn herum geschieht. Das nutzen Isabella, Lindoro und die übrigen Italiener, um zu fliehen. Zu spät erkennt Mustafa den Schwindel. Er fügt sich in sein Schicksal.

 

Der Komponist
Gioachino Rossini (1792-1868) ist bis heute einer der meistgespielten Komponisten des Belcanto; seine Opern «L'italiana in Algeri» (1813), «Il barbiere di Siviglia» (1816) und «La Cenerentola» (1817) gehören zum Repertoire jedes Opernhauses.

Rossini stammt aus einer musikalischen Familie in Pesaro. Mit 14 Jahren ging er aufs Konservatorium in Bologna und erhielt dort Unterricht in Komposition sowie Cello, Horn, Klavier und Gesang. Vier Jahre später machte er seinen Abschluss; zu diesem Zeitpunkt hatte er bereits seine erste Oper komponiert.

Danach schrieb Rossini mehrere Opern, die jedoch ohne grossen Erfolg blieben. Erst mit «Tancredi» komponierte er 1813 seinen ersten Erfolg. Nach einigen weiteren Opern, darunter auch «L'italiana in Algeri», für verschiedene Opernhäuser in Italien wurde er 1815 Leiter der beiden Opernhäuser in Neapel. Er war dabei verpflichtet, für jedes der Häuser pro Jahr eine Oper zu schreiben.

Nicht alle seine Werke waren auf Anhieb erfolgreich: Die Uraufführungen von «Il barbiere di Siviglia» und «La Cenerentola» in Rom etwa wurden geteilt aufgenommen; erst durch spätere Aufführungen etablierten sich die Werke.

In Neapel lernte Rossini die Opernsängerin Isabella Colbran kennen, die er 1823 heiratete. Nach einem fünfmonatigen Aufenthalt in London, wo er am King's Theatre tätig war, nahm er 1824 den Posten des Leiters der italienischen Oper in Paris an. Zwei Jahre später wurde er königlicher Hofkomponist in Frankreich.

1829 schrieb Rossini mit «Guillaume Tell» seine letzte Oper. Insgesamt hatte er in zwei Jahrzehnten 39 Opern verfasst. In dieser Zeit hatte er sich seinen Ruf als Meister der Opera buffa, der komischen Oper, erworben, obwohl er auch ernste Opern geschrieben hat. Das Jahr 1830 brachte für Rossini den Verlust seiner Ämter, da der französische König im Verlauf der Julirevolution abdanken musste.

Von 1836 bis 1848 wirkte Rossini als Direktor der Musikschule in Bologna. Er war auch weiterhin als Komponist tätig, widmete sich aber vor allem der geistlichen Musik und der Kammermusik. 1846 heiratete er seine zweite Frau, die Französin Olympe Pélissier. Wegen politischer Unruhen in Bologna floh Rossini 1848 nach Florenz. 1855 zog er erneut nach Paris, wo er bis zu seinem Lebensende blieb.

Von nicht wenigen seiner Opern haben nur die Ouvertüren als Konzertstücke überlebt, auch wenn in den letzten Jahrzehnten ein Revival auch von Rossinis weniger bekannten Werken eingesetzt hat. Zu den bekannten Werken nach seiner Zeit als Opernkomponist zählen seine «Stabat mater» und die «Petite Messe solennelle». Ab 1858 entstanden noch zahlreiche, noch heute meist unbekannte Kompositionen, sogenannte «Péchés de vieillesse».

Rossinis bekannteste Opern:

  • Tancredi (1813)
  • L'italiana in Algeri (1813)
  • Il turco in Italia (1814)
  • Il barbiere di Siviglia (1816)
  • La Cenerentola (1817)
  • La gazza ladra (1817)
  • Mosè in Egitto (1818)
  • La donna del lago (1819)
  • Semiramide (1823)
  • Il viaggio a Reims (1825)
  • Le Comte Ory (1828)
  • Guillaume Tell (1829)

 

L'italiana in Algeri - Oper von Gioachino Rossini
Dramma giocoso per musica in zwei Akten von Gioachino Rossini
Libretto von Angelo Anelli
In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Produktionsteam: Musikalische Leitung - Harald Siegel | Inszenierung - Beat Wyrsch | Bühne / Kostüme - Martin Warth | Chorleitung - Valentin Vassilev

Besetzung:  Mustafà, Bey von Algier - Michele Govi | Elvira, seine Gattin - Rosa Elvira Sierra | Zulma, Sklavin und Vertraute - Elviras Amanda Schweri* | Haly, Korsar - Khachik Matevosyan* | Lindoro, Italiener und Lieblingssklave Mustafas - William Lombardi | Isabella, Italienerin - Violetta Radomirska | Taddeo, Begleiter Isabellas - Michael Raschle

Herrenchor des Theaters Biel Solothurn
Sinfonie Orchester Biel

Aufführungsdauer 2½ Stunden

*Studierende der Hochschule der Künste Bern, Schweizer Opernstudio

 

Vorstellungsdaten

Biel: FR 15.04.2011 19:30 Premiere | SO 17.04.2011 19:00 | DI 19.04.2011 19:30 | MI 04.05.2011 19:30 | FR 06.05.2011 19:30 | SO 08.05.2011 17:00 | DI 10.05.2011 19:30 | FR 03.06.2011 19:30 | FR 17.06.2011 19:30 | SO 19.06.2011 19:00 | Einführung jeweils eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn

Solothurn: SA 14.05.2011 19:00 Premiere | DO 19.05.2011 19:30 | SO 05.06.2011 17:00 | MI 08.06.2011 19:30 | FR 10.06.2011 19:30 | MI 15.06.2011 19:30 | Einführung jeweils eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn

Gastspiele: DO 28.04.2011 Casino Burgdorf | SA 21.05.2011 Kurtheater Baden | SA 28.05.2011 La Poste Visp

 

 

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