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OTELLO OSSIA IL MORO DI VENEZIA

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Musik: Gioachino Rossini | Libretto: Francesco Maria Berio, Marchese di Salza | Uraufführung: 4. Dezember 1816 in Neapel | Aufführungen in Zürich: 10.2. |  17.2. | 26.2. | 1.3. | 3.3. | 6.3.2012

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Über weite Strecken des ersten Aktes war es klar, warum Verdis hochdramatische Vertonung des Otello-Stoffes einst Rossinis in dieser Phase etwas länglich und musikalisch nicht besonders interessant geratene Version von der Bühne gefegt hatte. Doch dann kam das Finale I, ein regelrechter Showstopper. Nicht nur dass einem bewusst wurde, wo Donizetti seine Inspiration für das berühmte Sextett aus LUCIA DI LAMMERMOOR gefunden hatte, nein, diese Musik ist schlicht und einfach von betörender Schönheit und aufwühlender Dramatik und dazu in gekonnter Rossini-Manier mit seinen berühmten, mitreissenden Crescendi versehen. Dirigent Muhai Tang und das wunderbar differenziert und beeindruckend sauber auf Originalinstrumenten spielende Orchester La Scintilla der Oper Zürich liessen nicht nur an dieser Stelle aufhorchen.

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Das Versprechen – Warten wie von Sinnen

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„Sie können mit dieser Geschichte anfangen, was Sie wollen.“ Motto und Mantra der Premiere des Stücks von Dürrenmatt im Schauspielhaus Zürich am 4. Februar 2012.

Viel versprechend der Anfang des Stück. Die Regisseurin Daniela Löffner weiss dann auch tatsächlich viel anzufangen mit dem Stück. Ein junges Mädchen steht auf der Bühne, bis das Publikum es bemerkt, verstreichen einige Minuten. Sie steht vor einem massiven Silbergebirge, flechtet ihre langen braunen Haare geduldig zu Zöpfen. Geduldig auch das Publikum, welches ihr seelenruhig dabei zusieht. Dann stellt es mit den nötigen Requisiten auch gleich den Tatort her, den Ort, an dem eben dieses junge Mädchen brutal zu Tode stranguliert worden ist. Die anderen Figuren des Stücks betreten die Bühne und helfen ihr, streuen Laub auf den nun reglosen Körper, simulieren den Spuren wegwaschenden Regen mit dem Wasser aus dem Gartenschlauch. Die Protagonisten werden die Bühne nun nicht mehr verlassen, sie sind bis zum Schluss Teil des gesamten Geschehens, einige auch in Doppelrollen. So ist das Opfer, Lily Moser, auch gleichzeitig der Köder, den Matthäi auswirft um den Mörder zu fangen. Schön und stark gespielt von Paula Blaser. Doktor Matthäi wird von Markus Scheumann verkörpert, er scheint die nonchalante Arroganz und die trockene Korrektheit im Blute zu haben. Zwischen der Meldung des Mordes an Lily Moser und der Aufnahme der Tatbestandsmerkmale, begeht er von Zürich nach Mägendorf einen Sprung durch Raum und Zeit, geschickt inszeniert und sehr gut eingebaut in die Handlung. So kann die Begrenztheit der Bühne, welche auch die Enge in den Schweizer Bergtälern simuliert, geschickt ausgenutzt werden für das Spiel.

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St.Gallen: UN BALLO IN MASCHERA, 28.01.12

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Oper in drei Akten | Musik: Giuseppe Verdi | Libretto: Antonio Somma, nach

Eugène Scribe | Uraufführung: 17. Februar 1859 in Rom | Aufführungen in

St.Gallen: 28.1. | 31.1. | 5.2. | 7.2. | 12.2. | 3.3. | 14.3. | 16.3. | 21.3. | 12.4.2012

Kritik:

Kraftvoll, sinnlich und ungemein emotional berührend ist sie, die Musik, welche Giuseppe Verdi zum Drama des der Liebe entsagenden Königs Gustav III. schrieb. Damit macht er es den heutigen Regisseuren nicht einfach, das Werk auf die Bühne zu bringen. Denn eine 1:1 Inszenierung, ein genaues Nacherzählen der tragischen Handlung mit echter Empathie für die unterschiedlichen Dilemmata der Gefühle in opulenten Bildern scheint bei den Intendanten zur Zeit mehrheitlich unerwünscht zu sein. Über Verdis Theaterkönig legt sich auch der Schatten der historischen Figur: War der absolutistische Monarch nun hetero-, homo-, bi- oder gar asexuell? Litt er an ödipalen Komplexen? Zerbrach er innerlich an den Anspruchshaltungen, welche die Öffentlichkeit an einen Würdenträger hegt und diesen dann auch wankelmütig fallen lässt, wenn auch nur Schatten eines Skandals auftauchen? Solche an sich interessante Fragen stellt sich Regisseur Jim Lucassen zu Recht im Programmheft und versucht in seiner Inszenierung die Konstellation analytisch-sezierend zu ergründen. Dazu verlegt er das Geschehen in einen sterilen, drehbaren Hörsaal eines Anatomiegebäudes (diese nackte Bühnenkontruktion, auf deren Rückseite das Ehepaar Anckarström in einem unfertigen Pressspan Häuschen sein Leben darbt, hat der Regisseur selbst entworfen, die dunklen Anzüge der Herren und die mausgrauen Kleider der Damen stammen von Magali Gerberon).

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Zürich: DIE MEISTERSINGER VON NÜRNBERG, 22.01.2012

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Oper in drei Akten | Musik: Richard Wagner | Libretto: vom Komponisten | Uraufführung: 21. Juni 1868 in München | Aufführungen in Zürich: 22.1. | 28.1. | 3.2. | 5.2. | 11.2. | 14.2. | 18.2.2012

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Einen dermassen stürmischen Applaus des Premierenpublikums wie nach dieser MEISTERSINGER Premiere gab's im Opernhaus Zürich schon lange nicht mehr - und die Ausführenden hatten ihn sich (mit einer kleinen Ausnahme) auch mehr als verdient. Diesen gewaltigen Brocken auf die Bühne zu hieven erfordert ein starkes, eingespieltes Ensemble, einen herausragenden Chor und ein brillantes Orchester. Unter der fulminanten Leitung von Maestro Daniele Gatti und in der die Charaktere einfühlsam und meisterhaft herausgearbeiteten Personenregie von Harry Kupfer gelang dem Opernhaus Zürich eine Wiedergabe von Wagners unvergleichlicher Oper von streckenweise geradezu exemplarischer Qualität. Daniele Gatti dirigierte (wie im Programmheft versprochen) das Werk mit zügigen Tempi, jedoch ohne zu hasten, was zu einer federnden, dynamisch fein abgestuften Wiedergabe der herrlichen Partitur führte. Wagner kann manchmal furchtbar lang und übertrieben pathetisch klingen – bei Gattis Dirigat hat man sich keinen Moment gelangweilt oder vom Schwulst erschlagen gefühlt.

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Geschichten aus dem Wienerwald – Tretet vor, tretet ein, so was habt ihr noch nicht gesehen!

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Premiere im Schauspielhaus Zürich am 14. Januar 2012.

Mit: Christian Baumbach, Matthias Bundschuh, Jean-Pierre Cornu, Fritz Fenne, Aurel Manthei, Michael Neuenschwander, Alexander Maria Schmidt, Lilith Stangenberg, Kate Strong, Friederike Wagner

Da draussen in der Wachau,

Die Donau fliesst so blau,

Steht einsam ein Winzerhaus,

Da schaut ein Mädel heraus.

Hat Lippen rot wie Blut,

Und küssen kann sie gut,

Die Augen sind Veilchenblau

Vom Mädel in der Wachau.

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